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Unscheinbares Äußeres, aber ein starker Name – der Wolfstrapp ist die Pflanze der Region im August 2021

Sieht man den unscheinbaren Vertreter der Pflanzenfamilie Lippenblüter, denkt man, dass Größenwahn auch im Pflanzenreich nicht unbekannt ist. Wie kommt eine schmächtige Pflanze, die zudem winzige Blüten hat zu dem beeindruckenden Namen „Wolfstrapp“? Grund sind die Blätter der Pflanze, die entfernt den Abdrücken einer Wolfstatze ähneln sollen. Hierzu ist eine große Portion Fantasie nötig, denn die Blätter erinnern deutlich an die einer Brennessel.

Der Wolfstrapp (Lycopus europaeus) ist eine einheimische Pflanze, die gerne in feuchten Bereichen, z.B. an Gräben und Teichen wächst. Dabei wird er oft übersehen, da seine Begleitpflanzen imposanter sind. Dunkelgrüne Blätter stehen wechselständig am vierkantigen Stengel. Im Juli und August findet man die kleinen weiß-rosafarbenen Blüten, die dicht gedrängt in sogenannten „Scheinquirlen“ in den Blattachseln stehen. Schauen wir genauer hin, ist der Wolfstrapp eine wunderschöne Pflanze, die zu Unrecht oft übersehen wird.

Seine Früchte sind schwimmfähig, also dem Leben an feuchten Wuchsorten bestens angepasst.

Oberirdisch wird Lycopus 20 bis 80 cm hoch. Unterirdisch werden lange, weitverzweigte Wurzelsystem entwickelt. Die Pflanze ist ausdauernd, kommt also viele Jahre immer wieder.

Groß heraus kommt unser Hochstapler im medizinischen Sektor. Seine Wirkstoffe haben Einfluss auf das menschliche Hormonsystem, insbesondere auf die Schilddrüse und sollen auch prämenstruelle Spannungsgefühle in der weiblichen Brust verringern. Manche Quellen, sagen der Wolfstrapp früher auch gegen Malaria eingesetzt wurde. In der Volksmedizin fand er Anwendung gegen Nervosität. Vielleicht kommt sein Name Wolfstrappe ja auch daher: er hilft gegen Nervosität, wenn man einen Wolf trapsen hört!



Edelgard Heim