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Pflanze der Region im April 2022
Verhasst, bekämpft und abgeschnitten: Der Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) ist die Pflanze der Region im Mai 2022

Er hört auf den harten und bedrohlich klingenden Namen „Duwock“ und ist bei Landwirt*innen verhasst. Was hat zu dieser massiven Ablehnung eines kleinen, eher unscheinbaren Gewächses geführt?

Der Sumpf-Schachtelhalm, wie der korrekte Name unserer Pflanze der Region heißt, gehört zu den Schachtelhalmgewächsen. Davon gibt es eine ganze Reihe Arten, die sich ziemlich ähnlich sehen. Schachtelhalme sind keine auffälligen Blüten-Pflanzen, sondern tragen sogenannte Sporangien, die ab Juni reifen und eine bräunliche Färbung zeigen. Bekannt ist die frühere Verwendung des Acker-Schachtelhalms zum Putzen von Zinngeräten. Durch eingelagerte Kieselsäure ist die ganze Pflanze hart und konnte vor der Erfindung von Putzschwämmen für Glanz im Haushalt sorgen. Auch als Heilpflanze soll der Acker-Schachtelhalm gut geeignet sein.

Beim Sumpfschachtelhalm stehen hingegen für uns Menschen seine negativen Seiten im Vordergrund. Durch Inhaltsstoffe wie Alkaloide ist der Sumpf-Schachtelhalm giftig. Für Weidetiere ist das solange kein Problem, wie sie auf den Weiden grasen und den Sumpf-Schachtelhalm meiden können. Im Heu können sie die Pflanze jedoch nicht mehr erkennen und fressen sie mit. Dies kann zu Vergiftungserscheinungen wie verringertem Wachstum, im Extremfall sogar zum Tod führen.

Auch auf Naturschutzflächen kommt der Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) vor. Wie sein Name sagt, bevorzugt er feuchte Flächen. Beim Schachblumenfest am 24. April haben wir neben der Schachbrettblume viele andere schöne Pflanzen gesehen. Der Sumpf-Schachtelhalm hielt sich noch unscheinbar in der Vegetation versteckt. Im weiteren Jahresverlauf wird er 10 bis 60 cm hoch.

Lange, unterirdische Sprosse verankern ihn bis zu 1m tief im Boden. Da auf Naturschutzflächen der Einsatz von Spritzmitteln verboten ist, wurde eine Bekämpfungs-Methode, die sich „Unterschneiden“ nennt, entwickelt. Mit einem scharfen Messer, das unter der Grasnarbe lang gezogen wird, sollen die Sprosse gekappt, der Kontakt zur Wurzel und dadurch die Wasserversorgung gestoppt werden. Die Methode ist sehr aufwändig. Sie reduziert den Besatz, hat aber keinen 100%igen Erfolg.

Auf den Schachblumenwiesen ist selbst das Unterschneiden keine Option, da dann die Zwiebeln der Schachblume auch zerstört würden.

Daher freuen wir uns, dass die anderen Pflanzenarten den deutlich größeren Anteil auf der Schachblumenwiese einnehmen und die Fläche somit für eine extensive Bewirtschaftung weiterhin attraktiv ist.

Edelgard Heim