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Anhängliche Wesen – die große Klette ist die Pflanze der Region im September 2021

Spätsommer in der Elbmarsch: während viele Pflanzen ihre Blütezeit längst hinter sich haben und sie sich in die jährliche Ruhephase zurückziehen, steht unserer Pflanze der Region für September noch eine aufregende Reise bevor.

Schon im August drängt eine bisher unauffällige Pflanze gewaltig in die Höhe. Entlang von Wegen, aber auch in den Uferstaudenfluren entlang der Elbe, strebt die Große Klette (Arctium lappa) der Sonne entgegen. Als erstes fallen ihre bis zu 50 cm großen, ovalen Blätter auf. Später kommen violette, dicht gedrängte Blütenstände hinzu.


Die Große Klette gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Ihre Blüten sind zu sogenannten Körbchen zusammengefasst. Noch geschlossen sind die kugeligen Blütenstände, die in Gruppen stehen, schon ein Augenschmaus. Kommen dann die ersten Spitzen der dunkelpurpurnen Blütenblätter hinzu, entfalten sie ihre ganze Schönheit. Geblüht wird von Juli bis September. Dabei stehen die Blüten dicht gedrängt oberhalb von stacheligen sogenannten Hüllblättern. Diese verteidigen die Pflanze gegen Fressfeinde und bilden die Grundlage für den Start in ein neues Leben.


Arctium lappa
kann bis zu 1,50 m groß werden und wächst gerne in Gruppen ihresgleichen. Sie ist eine einheimische Pflanzenart und weit verbreitet. In Schleswig-Holstein kommt sie landesweit vor und wächst auf nährstoffreichen, frischen Böden.


Das Ende der Blütezeit geht mit dem Absterben und braun werden der Blüten einher. Die klebrigen Widerhaken der Fruchtstände haben nun ihren großen Auftritt. Sie halten sich im Fell von Tieren fest und gehen so auf die Reise zu neuen geeigneten Wuchsorten. Das anhängliche Verhalten der Großen Klette hat zu unserem Sinnspruch „jemand hängt an mir wie eine Klette“ geführt.


Bei der Wahl des Transportmittels wird nicht unterschieden, ob es sich um Wildtiere wie Rehe oder um Haustiere wie Hunde handelt. Auch Menschen werden zur Beförderung genutzt. „Zoochorie“ ist der botanische Fachbegriff für diese Art der Ausbreitung. Wer schon einmal aus dem Hundefell Kletten herausbürsten musste, weiß, wie fest sie sich verankern können. Oft hilft da nur das Herausschneiden. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die kleinen Härchen an abgeblühten Fruchtständen können Allergien und schlimme Augenentzündungen auslösen.


Einen kleinen Trost bietet die Große Klette für solcherart Malträtierte: sie soll böse Geister abhalten!


Edelgard Heim