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Wie jedes Jahr ist die Schachblume (Fritillaria meleagris) die Pflanze der Region im April 2021

Man muss schon sagen, dass die Schachbrettblume, auch kurz Schachblume genannt, mitnichten ein Frost-Kötel ist. Diesen saloppen Spruch traue ich mich natürlich nur, weil unsere Marsch-Diva noch unter der Erde in der Zwiebel schläft und mich nicht hören kann.

Letztes Jahr im April hatte ich Ihnen erzählt, dass Mia, eine Studentin aus Kiel und ehemalige Praktikantin im Elbmarschenhaus, ihre Bachelorarbeit über die Schachblume schreibt. Nun liegen die Ergebnisse vor und wir sind unserer sensiblen Pflanze ein Stück mehr auf die Schliche gekommen. 17 Flächen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat Mia ausgewertet. Es wurde untersucht ob die Klimaparameter Frost-Tage, Wärmesumme, Kältesumme, Niederschlagssumme und Feuchtigkeit Auswirkungen auf die Blütenmenge und den Blühzeitpunkt im Jahr haben. Über Blütenanzahl und die Klimaparameter lagen langjährige Datenreihen zur Auswertung vor.

Wie es sich für eine Diva gehört, sind viele Ergebnisse uneindeutig. Es zeigte sich aber auch, dass viele Frosttage im Winter und Frühjahr des Vorjahres sowie feuchte Herbstmonate positive Auswirkungen auf die Anzahl der Blüten haben. Zu feucht darf es aber auch nicht sein. Hohe Niederschläge von Januar bis April führen zu weniger Blüten. Vermutlich gibt es dann Sauerstoffprobleme im Wurzelbereich. Warme Sommermonate und feuchte Winter- und Frühlingsmonate bringen weniger Blüten hervor. Vor allem eine hohe Wärmesumme über das Jahr führt zu weniger Blüten. Im Frühjahr hat die Schachblume eine Wohlfühltemperatur von 4 Grad!

Daraus können wie zweierlei schließen: 1. Die Schachblume und ich haben nicht viel gemein. Sie fühlt sich wohl auf den zugigen, kalten Wiesen in der Marsch, während ich Temperaturen um die 20 Grad sehr angenehm finde. Ist es früh im Jahr so warm, verfällt unsere Diva in eine Ruhepause – ich nicht. 2. Es ist zu befürchten, dass die Schachblume eine Verliererin des Klimawandels ist. Nasse Winter, weniger Frosttage und wärmere Frühjahre sind Auswirkungen des Klimawandels und genau das mag Fritillaria gar nicht.

Leider muss auch in diesem Jahr das Schachblumenfest coronabedingt ausfallen. Wir hoffen sehr, dass es nächstes Jahr wieder möglich sein wird, Sie auf den Wiesen an der Elbe zu begrüßen. Wer sich die Schachblumen ansehen möchte, ist herzlich willkommen. Auf unserer Internetseite www.elbmarschenhaus.de und über diesen Newsletter informieren wir Sie, wenn es blühende Pflanzen zu sehen gibt. Noch ist es zu früh. Bleiben Sie aber bitte auf dem ausgezäunten Rundweg, da die Schachblumen sehr trittempfindlich sind. Auch vom Weg aus kommen Sie ganz nah an unsere Diven heran. Das Pflücken ist übrigens verboten, denn Fritillaria ist vom Aussterben bedroht und steht unter Schutz.

Ab Mitte April gibt es auf unserer Internetseite auch ein Preisrätsel über unsere Schachblume, bei dem Sie kleine Preise gewinnen können.

Gez. Edelgard Heim