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Pflanze der Region im August 2019

Erzählt von Zeiten harter Arbeit
Die Besenheide ist die Pflanze der Region im August 2019

„Was für eine Plackerei“ heißt es, wenn sehr anstrengende, schweißtreibende Arbeiten verrichtet werden. Das Wort „Plackerei“ leitet sich aus der Bezeichnung „Plaggen“ ab. Dies war in der Tat eine Knochenarbeit, bedeutete es doch, die obere Schicht auf Heideflächen, die vor allem aus Heidekraut, auch Besenheide genannt (Calluna vulgaris) und Humus besteht, abzutragen, damit sie als Einstreu in Ställen und zum Heizen verwendet werden konnte. Der deutsche Name „Besenheide“ erinnert übrigens daran, dass die Zweige der Pflanze auch zu Besen gebunden wurden.

Da die Heide vor allem auf nährstoffarmen Böden wächst, waren die Bauern, die diese Flächen bewirtschafteten, häufig arm und mussten jede Möglichkeit nutzen, um zu überle- ben. Dazu gehörte auch das mühevolle Heide-Plaggen.

Besenheide

Das Heidekraut ist häufig und weit verbreitet, aber trotzdem auf der Roten Liste des Lan- des Schleswig-Holstein mit V (Vorwarnliste) gekennzeichnet. Dies bedeutet, wenn wir nicht aufpassen und Maßnahmen zum Erhalt der Art ergreifen, kann sie in einen Gefähr- dungsstatus hinein rutschen.

Jedes Jahr kürt die Loki-Schmidt-Stiftung mit Sitz in Hamburg die „Pflanze des Jahres“,  um auf ihren Lebensraum hinzuweisen und das Auge zu schärfen für das Kleine, Un- scheinbare am Wegesrand. In 2019 ist dies die Besenheide (siehe: www.loki-schmidt- stiftung.de/projekte/aktuelle_blume_des_jahres.php). Um diesen Zwergstrauch zu finden, müssen wir nicht in die Lüneburger Heide fahren, sondern werden auch bei uns in der Re- gion fündig. Wo müssen wir suchen?

Da ist der Name „Heidekraut“ natürlich hilfreich, denn Calluna ist die charakteristische Pflanzenart von Heidelandschaften. Hauptsache, es ist schön trocken, sonnig und vor al- lem nährstoffarm. In lichten Wäldern werden gerne geeignete Waldränder besiedelt. Auch entsprechende Knickwälle können dem Heidekraut eine Heimat bieten. In Mooren tragen gerne höher liegende, nicht ganz so feuchte Bereiche Heidekrautpflanzen. Daher sind wir bei uns sowohl im Tävsmoor als auch im Buttermoor und erst recht in den Holmer Sand- bergen auf der richtigen Spur.

Heutzutage sind Heidelandschaften ein Pflegefall. Wirtschaftlich nutzen kann eine Heide- fläche niemand mehr und um diese wunderbare, artenreiche Landschaft zu erhalten, ist der Einsatz von Naturschutzgeldern unumgänglich. Wir versuchen, durch die Nachah- mung der alten Nutzungstradition die Heide zu pflegen. Dazu gehörten mechanische Ar- beiten wie das historische Plaggen (nun aber mit speziellen Maschinen), das Heidebren- nen und auch die Mahd mit Spezialmaschinen.

Heidebrennen ist gerade in Zeiten des Klimawandels und der zunehmend trockenen Landschaft sehr gefährlich und darf nur durch Spezialisten ausgeführt werden. Es wird auch immer nur ein kleiner Teil der Heide abgebrannt, damit die Verluste der tierischen Besiedlung nicht zu groß werden. Die abgebrannte Erde bietet ideale Voraussetzungen für die Keimung neuer Heidepflanzen. Besonders schön ist es natürlich, wenn eine Schafher- de durch die Landschaft zieht und die Heide beweidet.

Entstanden sind unsere Heiden durch die Rodung des Waldes und die sehr intensive Nut- zung dieser Flächen, die zu einer starken Nährstoffentnahme führte. Auf nahezu jeder Of- fenfläche versucht der Wald, sich sein Terrain zurück zu erobern. Auch gegen das Auf- kommen von Gehölzen müssen wir daher vorgehen. Dies geschieht z.B. durch das soge- nannte „ Entkusseln“. Damit ist das Entfernen, Absägen und Herausziehen von Gehölzen gemeint.

Wer sich diese Arbeiten einmal ansehen möchte und gerne selber aktiv werden will, ist herzlich eingeladen zur Aktion „Holm gegen den Rest der Welt!“, die das Elbmarschen- haus am 01.09.2019 im Rahmen des Festes zum 10jährigen Bestehen des Regionalparks Wedeler Au in den Holmer Sandbergen anbietet.

Wollen wir doch mal sehen, ob die Einwohner von Holm oder der Rest der Welt zwischen am meisten der störenden Gehölze aus dem Boden ziehen! Sie finden uns zwischen
14.00 Uhr und 18.00 Uhr in den Holmer Sandbergen. Treffpunkt ist am Feuerlöschteich, wo wir Sie ab 14.00 Uhr im Halbstundentakt abholen. Top – die Wette gilt!