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Herbstlicher Auftritt – die Eberesche ist die Pflanze der Region im November 2021

Im Herbst kleidet sich die Natur in warme, goldene Farben. Die Eberesche (Sorbus aucuparia), besser bekannt als Vogelbeere, macht da keine Ausnahme. Schon von Weitem leuchten ihre rot-orangen Früchte in der herbstlichen Sonne. Die Vogelbeere gehört zu den Rosengewächsen, einer großen Pflanzenfamilie, zu der auch viele unserer Obstsorten zählen.

Die Eberesche ist weit verbreitet und ungefährdet. In unserer Region kommt sie z.B. im Tävsmoor, im Buttermoor und auch in den Holmer Sandbergen vor. Beliebt ist sie auch als schmucke Gartenpflanze. Der Baum ist anspruchslos und besiedelt ganz Europa. Als Pionierbaumart ist sie oft mit als erstes dabei, wenn neue Flächen besiedelt werden.

Der mit maximal 15 m eher kleine Baum ist das ganze Jahr über eine Schönheit. Seine leuchtenden weißen Blütenstände im Sommer, sein ernstes Blattgrün und im Herbst der fulminante Auftritt mit roten Beeren begeistern. Das ganze Jahr über ist die Eberesche das Restaurant für blütenbesuchende Insekten bzw. jetzt im Herbst für Vögel, die sich an den roten Früchten bedienen. Das erklärt den Namen „Vogelbeere“. Die Bezeichnung „Eberesche“ macht im ersten Moment stutzig. Die Fiederblätter ähneln zwar denen der Esche, aber was hat der Eber damit zu tun? Vermutlich dienten die Früchte in früheren Zeiten der Schweinemast und haben auch den ein oder anderen Eber erfreut.

Auch für Menschen sind die Früchte der Vogelbeere sehr schmackhaft und trotz der roten Warnfarbe ungiftig. Roh vertragen sie allerdings nur Vögel, bei Menschen kann es zu Magenschmerzen kommen. Daher müssen die Vitamin-C- haltigen Früchte erhitzt werden. Früher wurden sie zur Bekämpfung der Vitaminmangel-Krankheit Skorbut eingesetzt. Heute nutzen wir die Früchte für Marmelade, Gelee, Likör, Wein oder herzhafte Soßen. Die Bitterstoffe der Früchte sind wohltuend für die Leber und den Verdauungstrakt.

Meine geplante Ernte fiel allerdings dieses Jahr ins Wasser. Die Amseln waren mal wieder schneller. Sei es ihnen gegönnt!

Edelgard Heim