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Das Elbmarschenhaus wird 15!

Liebe Freundinnen und Freunde des Elbmarschenhauses,

Das Elbmarschenhaus wird am 26. März 2021 15 Jahre alt. Da wir ja nicht feiern können, veröffentlichen wir hier 15 Grußworte die meisten aus Sicht von Tieren und Pflanzen unserer Region. Woche für Woche kommen einige hinzu. Jeweils am Freitag wird die Zusammenstellung aktualisiert.

Viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie gesund!
Ihre Edelgard Heim

Zum 26. März 2021

Heute ist unser 15ter Geburtstag und diesen Tag möchten wir nutzen, um uns selber zu Wort zu melden. Wir, das Team des Elbmarschenhauses, danken Ihnen für Ihr Interesse und dass Sie uns die Treue halten auch in schweren Corona-Zeiten. Das erfahre ich immer wieder durch Ihre Mails, Anrufe und Briefe.
Als kleines Dankeschön haben wir für Erwachsene und für Kinder eine digitale Oster-Rallye vorbereitet, die Sie spätestens ab dem 29. März auf unserer Homepage www.elbmarschenhaus.de finden.
Einfach runterladen, ausfüllen und gewinnen!

Die folgenden Grußworte sind von unseren Kooperationspartnern im Elbmarschenhaus, der Kreisjägerschaft und dem NABU. Herzlichen Dank an beide Organisationen!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen, bleiben Sie gesund!
Ihre Edelgard Heim

Vor Corona-Zeiten: Die NABU-Crew
Tourismus in Marsch und Geest e.V.
Die Damen vom Tourismus in Marsch und Geest (TiMuG)
Kreisjaegerschaft Pinneberg
Die Kreisjägerschaft (auch vor Corona)
LLUR Elbmarschenhaus
Die Crew vom LLUR (Einzelfotos , da zu Coronazeiten; die beiden jungen Frauen oben gehören zu 1 Kohorte

Grußworte unseres Jägerteams zum 15. Elbmarschenhaus-Jubiläum

„Goethe hat sein Gedicht „Natur und Kunst“ mit den Zeilen begonnen: „Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen, und haben sich, eh man es denkt, gefunden…………“. Passt dieser Satz nicht wunderbar zum 15. Geburtstag unseres Elbmarschenhauses? Beides wird gezeigt und die Besucher nehmen beides gerne wahr. Wir Jägerinnen und Jäger der Kreisjägerschaft Pinneberg bieten in unserem kleinen Jägerzimmer seit Jahren Interessierten aus Nah und Fern sonntags Informationen über die Natur in den Elbmarschen und darüber hinaus sowie der darin lebenden Wildtiere. Von der Kunst im Ausstellungsraum kommen viele Besucher gerne noch zu uns in das Jägerzimmer, um sich unsere Präparate aus dem Reich der heimischen Wildtiere anzuschauen, die sie im Alltag selten zu Gesicht bekommen. Dabei unterhalten sie sich gerne mit uns über Aktuelles im Bereich der Natur und Veränderungen in der hiesigen Tierwelt. Das Gespräch ist uns wichtig, auch wenn es manchmal um kontroverse Inhalte gehen kann. Wir Jägerinnen und Jäger schätzen das Elbmarschenhaus sehr, weil es ein Ort der Begegnung und der vielen Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches ist. Wir freuen uns immer wieder über interessierte und dankbare Besucher des Jägerzimmers, vor allem, wenn sie uns mit den Worten „Habe heute etwas Neues erfahren und etwas dazu gelernt!“ wieder verlassen. Wir wünschen dem Elbmarschenhaus, dass es weiterhin so interessant und viel besucht bleibt, sowie das gute Verhältnis von Natur und Kunst fortführen kann.“

Uwe Helbing (NABU Schleswig-Holstein) nimmt uns zum 15 -jährigen Jubiläum des Elbmarschenhauses mit auf eine Reise in das Eröffnungsjahr 2006

„Mein erster Gedanke zum Jubiläum des Elbmarschenhauses führte mich zur Entstehungsgeschichte, als Bernd-Ulrich Netz den Auftrag bekam, für den Bereich Unterelbe eine Integrierte Station zu planen. Das Interesse vor Ort war riesig, da sich viele Standorte beworben hatten und am Ende die Entscheidung zwischen Glückstadt und Haseldorf fiel.
Seit Dezember 1993 war die NABU Schutzgebietsbetreuung im NABU Naturzentrum beim LKN-Bauhof beheimatet. Inzwischen war das NABU-Team erweitert worden und der Platz im Naturzentrum zu eng. Daher waren wir froh, dass die Integrierte Station Unterelbe nach Haseldorf kam und jeder Mitarbeiter auch einen eigenen Arbeitsplatz bekommen sollte.
Bis dahin war es aber noch ein langer Weg……Die Entscheidung fiel auf das leerstehende Haus der ehemaligen Gutsverwaltung. Hier auch einen großen Dank an Prinz Udo von Schoenaich-Carolath Schilden, der die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Die Mitarbeiter der Integrierten Station Unterelbe mit seinem Leiter Bernd-Ulrich Netz und Malte Göpel zogen vorerst in das Rendantenhaus am Marktplatz. Währenddessen begannen die Renovierungsarbeiten am Elbmarschenaus.
Das ehemalige Haus der Gutsverwaltung wurde mit Landesmitteln saniert. Dazu war erst einmal im Inneren des Gebäudes Entrümpeln und Abreißen angesagt. Viele dieser Arbeiten konnten in Eigenleistung durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Architekten wurden die Umbauarbeiten umgesetzt. Wir wollten auch innovativ sein und dachten z.B. an eine Pelletheizungsanlage oder sogar an Geothermie, dies war aber im Endeffekt leider nicht finanzierbar!
Der Renovierungsaufwand hat sich jedenfalls gelohnt, wenn man das Foto vorher und nachher betrachtet! Durch den Bau einer Rampe für Rollstuhlfahrer wurde der Zugang zur Ausstellung des Elbmarschenhauses behindertengerecht.


Interessant fand ich auch noch die Suche nach dem Namen für das Gebäude. Die Abkürzung ISU für die „Integrierte Station Unterelbe“ fand keinen Zuspruch. Ich kann mich nicht mehr genau entsinnen, wer den Vorschlag „Elbmarschenhaus“ ins Rennen schickte, aber es war der treffende Name für das Gebäude, da alle Beteiligten sich für den Erhalt der Elbmarschen einsetzen wollten, sei es der Naturschutz, der sanfte Tourismus, die Jägerschaft oder die Landwirtschaft. Es gab auch die Überlegung den Namen in Platt zu schreiben und „Elbmarschhus“ zu nennen, aber wir wollten nicht mit dem Seniorenpflegeheim „Dat Marschhus“ in Haseldorf in Konkurrenz treten.
Am 26.03.2006 war es dann endlich soweit. Das Elbmarschenhaus, als ein Leuchtturmprojekt des Landes bezeichnet, wurde feierlich eröffnet. Es gab eine schöne Einweihungsfeier mit zahlreichen Gästen im ersten Stock über dem linken Flügel des Rinderstalls. Der Stationsleiter Bernd-Ulrich Netz bekam symbolisch einen Schlüssel vom Amtsvorsteher Heinz Lüchau überreicht.“

Elbmarschenhaus
2006: Dr. Gisela Holzgraefe (Staatliches Umweltamt), Heinz Lüchau (Amtvorsteher Amt Haseldorf), Dr. Christian von Boetticher (Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein) und Wolfgang Grimme (Landrat des Kreises Pinneberg) packten mit an (Foto: LLUR)


Offiziell wurde dann mit vereinten Kräften ein großer Heuballen vor dem Eingang der Ausstellung beiseitegeschoben und das Elbmarschenhaus eröffnet!
Inzwischen sind 15 Jahre ins Land gezogen, es ist viel geschehen und das Elbmarschenhaus hat sich einen guten Ruf erarbeitet und ist seiner „Leuchtturmfunktion“ gerecht geworden und strahlt weit über die Region hinaus!
Es fanden vor Corona viele Veranstaltungen statt, die vom Elbmarschenhaus initiiert wurden, wie. z.B. das ehemalige Fest der Kaufleute Haseldorfs („Frühlingsfest“) rund ums Elbmarschenhaus gemeinsam mit den Kaufleuten oder das Schachblumenfest gemeinsam mit der ARGE Umweltschutz Haseldorfer Marsch e.V. in Hetlingen oder die nachgefragten Fahrten mit dem Tidenkieker aus Stade. Eine stilvolle Ergänzung sind die Veranstaltungen im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals im Rinderstall. Das Elbmarschenhaus stand von Anfang an im Zentrum von Kultur und Natur in Haseldorf.
Deshalb wünsche ich dem Elbmarschenhaus weiterhin viel Erfolg und Strahlkraft als Leuchtturm, in Zeiten ohne Corona wieder mehr Leben im und rund um das Gebäude, viele gemeinsame Aktionen mit den Haseldorfer Bürgern, aber auch mit weiteren Interessierten aus Marsch und Geest und weiterhin ein gutes Arbeitsklima!“

Grußwort der Graureiher-Kolonie

„Herzlichen Glückwunsch liebes Elbmarschenhaus! Das darf ich ausrichten von unserer Graureiher-Brutkolonie am Sommerdeich in Haseldorf. Ich habe darauf bestanden, möglichst viel Abstand zum Grußwort des Seeadlers zu haben, denn solltet ihr euch wundern, dass unsere Kolonie immer kleiner wird, liegt das auch an dem wachsenden Bestand des Seeadlers. Die Seeadler sind unsere Feinde, sie jagen uns und haben nichts Gutes im Sinn. Daher habe ich kein Foto von mir, sondern die Bestandsentwicklung unserer Kolonie mitgebracht. Unsere Nester werden nämlich jedes Jahr genauestens durch den NABU im Elbmarschenhaus gezählt. Waren wir noch bis vor Kurzem die größte Brutkolonie im Lande, sind wir heute mit 111 Brutpaaren in 2020 nur noch die zweitgrößte. Die größte ist nun in Garding.
Wir profitieren von dem Fischreichtum der Gräben und den Staueinrichtungen, die das Elbmarschenhaus auf den extensiv genutzten Flächen einbaut und unterhält. Der Klimawandel mit sinkenden Niederschlägen im Sommer ist allerdings bedrohlich. Gut, dass die Leute vom Elbmarschenhaus über eine Wehranlage Wasser aus der Elbe einstauen, damit viel Wasser im Naturschutzgebiet steht.
Seit vielen Jahren haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit den Uhus, die mitten in unserer Kolonie brüten. Das gibt es nur in Haseldorf. Denn der Uhu ist auch unser Feind. Die Vereinbarung hat aber dazu geführt, dass sich „unser“ Uhu anständig benimmt. Ob das auch mit dem Seeadler klappen könnte?
Wir würden uns freuen, wenn das Elbmarschenhaus diese Verhandlungen unterstützt und uns und die Seeadler mal zu einem Runden Tisch, gerne mit Fisch-Verköstigung, einladen würde.“

Graureiher
Quelle: NABU Elbmarschenhaus

Grußwort einer typischen Pflanze der Region

„Guten Tag wünsche ich. Ich bin gebeten worden, nicht nur ein Grußwort, sondern auch zum Abschluss meiner Rede eine Musikeinlage zu bieten. Ja, wenn Sie Rassel-Musik mögen, sind Sie bei mir richtig. Nicht umsonst heiße ich „Großer Klappertopf“. Ich bin ein zitronengelb blühendes Gewächs der Marschwiesen. Uns hat man den nicht sehr netten Namen „Halb-Schmarotzer“ angehängt. Weil wir uns nicht ganz selbständig ernähren, sondern uns an den Wurzeln von Gräsern bedienen. Bei den Landwirten sind wir daher auch nicht besonders beliebt. Wir können nämlich in großen Beständen wachsen und dann merkt man den geringeren Ertrag am Gras und Heu. Außerdem sind wir leicht giftig.
Wir freuen uns natürlich, dass das Elbmarschenhaus dafür sorgt, dass zahlreiche Wiesen erst spät gemäht werden, sonst wäre es mit uns nämlich schnell vorbei. Außerdem finden die Leute im Elbmarschenhaus, dass es gut ist, wenn die Gräser in bestimmten Bereichen nicht zu üppig wachsen, damit auch andere, kleinere und wenig konkurrenzstarke Arten eine Chance haben. Das danken wir mit blühenden Landschaften. Die Musikeinlage müssen wir aber frühestens auf Juli verschieben. Erst dann sind unsere Fruchtstände so trocken, dass die Samen darin bei Wind oder beim Schütteln klappern. Ich könnte stattdessen heute was singen…ach so, ist eher nicht gewünscht? Na, auch gut…“

 

Großer Bestand des Klappertopfs (Foto: LLUR)
Großer Bestand des Klappertopfs (Foto: LLUR)

Vielen Dank lieber Klappertopf.

Grußwort von quirligen Artisten

Mehlschwalbe Nisthilfe

„Liebe Leute, uns, die Boten des Frühlings Mitte März und das bei diesem Wetter um ein Grußwort zu bitten, ist wirklich mutig! Aber da wir jedes Jahr wunderbar am Elbmarschenhaus brüten dürfen, haben wir mal eine Ausnahme gemacht und ich bin meinen Schwestern und Brüdern Mehlschwalben voraus geflogen, um hier zu zwitschern, äh zu sprechen.

Schön haben wir es am Elbmarschenhaus. Wir haben im Außengelände genug Futter, denn die Insekten fliegen zahlreich über den Teich und die Wiese dort darf blühen und zieht dann auch viele Insekten an. Brüten dürfen wir am Haus, wo wir wollen, auch direkt über den Eingängen. Niemand hängt CDs auf, die uns vertreiben sollen, niemand zerstört unsere Bauten. Das ist übrigens sowieso verboten!

Wir lieben es, wenn alle lächelnd hochschauen, sobald wir wieder da sind. Die Menschen sind voller Hoffnung auf den Frühling, Sonne und Leichtigkeit im Leben! Und das könnt ihr uns glauben: wenn wir da sind, ist auch der Frühling nicht mehr weit.

Besonders gut gefällt uns ein Spiel, das sich die Leute aus dem Elbmarschenhaus ausgedacht haben. Das geht so: Sobald wir ein Nest aus Lehm gebaut haben, setzen die Ranger ein Brett darunter. Ihr Ziel ist es, unseren gesamten Kot aufzufangen bevor er auf den Boden fällt. Unser Ziel ist es möglichst außerhalb des Brettes etwas abzuwerfen. Bisher haben wir immer gewonnen. Wer es nicht glaubt, kann sich ja die Bänke vor dem Haus einmal ansehen. Falls diese sauber sind, hat die nette Frau Margret sie gerade gereinigt. Sie schimpft dann zwar auch immer ein wenig mit uns, aber wenn sie hochschaut, lächelt sie doch.“

Liebe Frau Mehlschwalbe, herzlichen Dank für die netten Worte. Was das Spiel anbelangt – schauen wir mal!

Wir nehmen auch Kunst-Nisthilfen an, das „Brett-Spiel“ werden wir sicher wieder gewinnen. (Foto: LLUR)

Grußwort eines gewichtigen Vertreters der heimischen Pflanzenwelt

Einen schönen guten Tag allerseits. Wenn ich sagen soll, was das Elbmarschenhaus mir bedeutet, kann ich das nur so erklären: ihr seid meine Kopfschmerz-Tablette! Ich leide schnell unter Kopfweh und das fühlt sich unbehandelt so an, als würde der Kopf auseinanderbrechen. Dann freue ich mich, wenn die Ranger des Elbmarschenhauses mit der Motorsäge und Scheren anrücken und meine Triebe zurückschneiden. Meist packen auch die NABU-Leute mit an. Erst danach bin ich wieder eine gesunde Kopfweide! Früher wurden wir Kopfweiden regelmäßig geschnitten, weil unsere Äste zum Körbe flechten und für die Bandreißerei genutzt wurden. Heutzutage macht das niemand mehr. Was uns abgeschnitten wird, landet als Schreddergut im Kompost oder wird zu Haufen aufgesetzt. Das ist dann oft für Vögel und andere Tiere Versteck- und Brutmöglichkeit. Wenn wir Kopfweiden uns was vom Elbmarschenhaus wünschen dürfen, wäre es, dass wir alle so coole Frisuren wie die Weiden bei euch im Außengelände bekommen. Ich zeige euch mal ein Foto.“

Kopfweide
Frisurentrend bei Kopfweiden in 2021 (Foto: LLUR)

Grußwort der Schachbrettblume

Schachbrettblume

„Liebe Untertanen, ich bin die Schachblume, auch Marsch-Diva genannt. Ich bewohne mit vielen anderen meiner erlesenen Art die Wiesen der Elbmarschen. Ja, auch bei uns wurde das Elbmarschenhaus wegen eines Grußwortes vorstellig. Auf der Roten Liste des Landes gelten wir als „vom Aussterben bedroht“. Denn wir sind sehr selten und typisch für die Unterelbe. Daher geben wir euch heute die Ehre. Die Integrierte Station Unterelbe im Elbmarschenhaus wird am 26. März 2021 genau 15 Jahre alt. In dieser Zeit hat das Team des Hauses viele Huldigungsfeste- sie nennen es umgangssprachlich „Schachblumenfest“ -für uns ausgerichtet. Das finden wir angemessen! Auch, dass ihr aufpasst, dass nicht zu viele von uns durch Besucherinnen und Besucher zertreten werden, rechnen wir euch hoch an. Optimierungsbedarf sehen wir allerdings darin, dass wir in Veröffentlichungen als empfindlich und unberechenbar, gar als exaltiert bezeichnet werden. Da lässt sich doch wohl eine höhere Wertschätzung zeigen!

Ganz so streng wollen wir aber nicht sein, denn immerhin habt ihr sogar mehrere Gutachten über uns ins Auftrag gegeben und in der Reihe „Pflanze der Region“ werden wir jedes Jahr im April ehrfürchtig beschrieben.

Bleibt aufrecht in euren Bemühungen und feiert uns auch zukünftig in würdigem Rahmen! Wir werden euch mit einem hell purpurfarbenen und weißen Blüten-Teppich unterstützen.“

Herzlichen Dank liebe Schachblume, ich verneige mich gebührend!

Schachbrettblume, auch kurz Schachblume genannt (Foto: LLUR)

Grußwort eines Praktikers

Nach all dem Federvolk, Grünzeug und Fellträgern kommt nun mit mir als Vertreter mal ein praxisbezogener Redner zum Zuge. Ich bin das Alu-Boot. Natürlich freue ich mich, dass es das Elbmarschenhaus gibt und sie mich im Jahr 2018 aufgenommen haben. Meine Kernaufgabe ist es, die Pflanzen des Schierlings-Wasserfenchels an die Pflanzstellen zu transportieren. Ich habe schon gehört, dass es in diesem Jahr 2000 Exemplare werden sollen. Kein Problem- ich bin bereit!

Ich wohne eher rustikal im Carport und habe den ganzen Winter frei! Im Sommer und Herbst fahren die Leute vom Elbmarschenhaus mit mir über die Neben-Elben. So kommt man mal raus und das noch in die schönsten Ecken der Region. Also das darf gerne noch viele Jahre so weitergehen und ich wünsche dem Elbmarschenhaus immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und genug Geld, um meinen Motor zu betanken und mir einmal im Jahr eine Wartung zu spendieren.“

Boot
Das Alu-Boot im Einsatz (Foto: LLUR)

Ein herzliches Dankeschön an Dich, liebes Alu-Boot und deine beständige Unterstützung bei Wind und Wetter. Natürlich werden wir dich weiterhin warten und dieses Jahr haben wir dir sogar einen neuen Propeller spendiert.

Weiter geht es mit diesem Geschöpf

„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Großherzog Friedrich von Baden.

Zuerst wollten meine Mitbewohner den Geheimrat Dr. Oldenburg für ein Grußwort entsenden, nur weil der in Reihe 18 wohnt und ich weiter hinten in Reihe 36. Sogar die Gräfin von Paris in Reihe 46 war im Gespräch. Aber letztlich konnte ich mich durchsetzen, weil ein Grußwort eine ernsthafte Angelegenheit ist und ich mit Abstand die vornehmste Ausstrahlung habe.

Hatte ich schon gesagt, dass ich eine alte Obstsorte aus dem Haseldorfer Obstgarten bin?

15 Jahre alt wird das Elbmarschenhaus. Das fällt aus meiner Sichtweise salopp gesagt in die Kategorie „Junges Gemüse“. Wir Obstbäume aus dem Obstgarten alter Sorten sind fast alle 30 bis 40 Jahre alt. Meine Sorte ist sogar schon seit 1894 bekannt.

Wissen Sie eigentlich wie das ist, wenn sich Jahr für Jahr die Äste schwer herunter neigen und man schon beim Nachbarbaum anstößt? Dann reibt sich Rinde an Rinde bis sie aufplatzt. Das sieht nicht schön aus und kann zu unappetitlichen Pilzerkrankungen führen. Da bin ich – ebenso wie alle andere Obstbäume – sehr dankbar, dass die Ranger des Elbmarschenhauses meine Äste schneiden und mich gesund erhalten. Denkt bitte in diesem Jahr auch wieder an uns. Dann klappt es auch mit der Apfelernte!“

Vielen Dank sehr verehrter Großherzog Friedrich von Baden!

Obstgarten Haseldorf
Namensschild der alten Apfelsorte Großherzog Friedrich von Baden (Foto: LLUR)

Als nächstes spricht eine sehr anspruchsvolle Pflanzenart der Elbmarschen zu uns:

Schierlingswasserfenchel Haseldorf

„Guten Tag, ich wurde gebeten, hier ein Grußwort zu sprechen. Ich habe aber wirklich nur ganz wenig Zeit, denn ich bin eines der letzten Exemplare meiner Art und muss daher dringend wachsen, blühen und Saatgut bilden. Zudem komme ich weltweit nur an der Unterelbe vor. Also: das Elbmarschenhaus tut sehr viel für uns. Das muss hier mal gesagt werden. Schlammverschmiert und hungrig kriechen sie durch den Dschungel an der Elbe, um an geeigneten Stellen meine kleinen Geschwister zu pflanzen. Das heißt „Wiederansiedlungsprogramm“. Ob das erfolgreich sein wird, wird erst die Zukunft zeigen. Ich habe halt gewissen Ansprüche. Es darf nicht zu trocken, nicht zu stark von der Flut beeinflusst, nicht zu sonnig und bloß nicht für Schafe oder Rinder zugänglich sein. Auch dagegen hat das Elbmarschenhaus sogar Zäune um uns herum gebaut. Ja, das finden wir natürlich richtig gut. So, nun muss ich aber wieder los. Ach ja noch kurz im Gehen: ich bin der Schierlings-Wasserfenchel!“

Lieber Schierlings-Wasserfenchel, du weißt ja, dass du uns sehr am Herzen liegst. In diesem Jahr werden wir sogar 2000 neue Exemplare pflanzen.

Frisch gepflanzte Exemplare des Schierlings-Wasserfenchels (Foto: LLUR)

Nun redet ein auffälliger schwarz-weißer Vogel

„Guten Tag allerseits. Meine vielen Freundinnen und Freunde und ich grüßen sie alle. Wir, die Weißwangengänse, sind ja nur im Winter hier in der Gegend. Angeregt durch den Klimawandel haben wir aber schon mal darüber in der Gruppe diskutiert, ob wir hier nicht auch mal brüten sollten. In Nordfriesland hat das ja schon geklappt. Aber kriegen sie mal einen Beschluss unter über 10.000 Gänsen hin! Schier unmöglich und wenn dann spätestens im Mai das Brutgeschäft ruft, machen wir uns dann doch wieder auf nach Sibirien. Dort wissen wir, was wir haben. Hier sind wir ja vor allem bei den Landwirten unbeliebt. Weil wir Hunger haben. Und weil es auf den frisch austreibenden Grünland- und Ackerflächen besonders eiweißreiche und leckere Kost gibt. Die Leute vom Elbmarschenhaus kümmern sich darum, dass es viele Naturschutzflächen gibt, auf denen wir geduldet werden.

Wir finden es auch gut, dass der NABU im Elbmarschenhaus jedes Jahr zum Gänse-Kiek einlädt. Die Leute warten dann darauf, dass wir aus dem Grünland in unsere Schlafplätze auf den Wattflächen der Elbe fliegen. Da das zur Akzeptanz beiträgt, machen wir das Schauspiel gerne mit. Wir warten bis das Licht zwar dämmrig, aber doch noch gut ist und dann geht´s los! Natürlich fliegen wir direkt über die wartende Gruppe-ist ja für einen guten Zweck!

Leider sind doch einige von uns an der Vogelgrippe gestorben. Da haben die Ranger des Elbmarschenhauses die toten Kollegen eingesammelt, beprobt und entsorgt. Danke dafür! So traurig der Verlust ist, wir sind doch froh, dass wir uns dann nicht auch noch gegenseitig anstecken.“

Herzlichen Dank Frau Weißwangengans. Und nun ..o, was ist denn da los..oje da geht doch was schief…

 

 

Weißwangengans
Weißwangengans (Foto: NABU)

Grußwort

Also, ich sage es gleich: ich bin hier eigentlich gar nicht eingeladen. Denn das Elbmarschenhaus und ich verstehen uns überhaupt nicht! Aus irgendeinem Grund gehen sie mir jedes Jahr an den Kragen und finden das auch noch toll. Dabei bin ich, die Herkulesstaude, doch mit weit über 2 m Höhe imposant und meine Blütendolden machen richtig was her. Angeblich bin ich ein invasiver Neophyt, invasiv, weil ich gerne Platz habe und viele Pflanzen-Kollegen meiner eigenen Art um mich herum. Ich bin halt ein Familienmensch. Ehrlich gesagt braucht man das andere Kropp-Zeug auch nicht. Wir hätten die Krückau, Stör und Pinnau längst umfassend besiedelt und würden einen weißen Blütenteppich ausbreiten, wenn nicht jedes Jahr die Leute vom Elbmarschenhaus noch vor der Blüte kämen und unsere Knollen abstechen würden.

Was? Ich soll aufhören? Typisch- nur weil ich eine abweichende Meinung habe! Also macht doch was ihr wollt- ich bin sowieso stärker. Aua!!“

Entschuldigen Sie bitte, das war wirklich nicht beabsichtigt. Ja, wir bekämpfen invasive Neophyten, auch wenn sie noch so schön sind. Hintergrund ist, dass wir die heimische Pflanzenwelt erhalten wollen.

Ich hoffe sehr, die nächsten Grußworte gelingen ohne Störung am Dienstag, den 16. März.

Bis dahin, bleiben Sie gesund!
Ihre Edelgard Heim

Herkulesstaude
Herkulesstaude: schön und invasiv (Foto: LLUR)

Vielen Dank an Friederike Bradtmüller aus Hamburg für das erste Grußwort an das Elbmarschenhaus

Frederike Bradtmueller

„Als Künstlerin, die im Elbmarschenhaus ausgestellt hat, kann ich mit Bestimmtheit sagen: ohne das Elbmarschenhaus und meine Ausstellung wäre ich nicht so gut in die Malerei reingerutscht. Allein wie meine schwarz/weiße Kuh vermarktet wurde, hat schon so viel Interesse bei Besuchern geweckt, dass es von da an bergauf ging. Die Gemälde in den schönen, hellen Räumen zu präsentieren, hat mir Überlegungen abverlangt, die ich später gut gebrauchen konnte. Unsere gemeinsame Einführungsrede bei der Vernissage war auch nicht von schlechten Eltern. Man merkt halt, dass die Leute im Elbmarschenhaus immer mit Herzblut dabei sind. Dafür möchte ich mich bedanken und wünsche auch weiterhin so viel Engagement!“

Das freut uns natürlich sehr, liebe Frau Bradtmüller.

Kuh“ von Friederike Bradtmüller (Quelle: F. Bradtmüller)

Als nächstes konnten wir dieses Tierchen für ein Grußwort gewinnen:

Hui, so viele Leute lesen diesen Newsletter! Dabei bin ich doch eher scheu und habe mich nur durch gutes Zureden zu diesem Grußwort bewegen lassen. Zugegeben-  gutes Zureden und ein paar Fische.

Lange habe ich mich unentdeckt in der Gegend aufgehalten. Leider hat mich dann eine Wildkamera erwischt. Seither wusste das Elbmarschenhaus, dass wir, die Fischotter, wieder da sind. Bis heute finde ich es aber übertrieben, dass sie das auch noch überall herumerzählen mussten. Sogar die Fotos der Kamera haben sie in ihrer Ausstellung gezeigt. Insgesamt sind die Leute vom Elbmarschenhaus aber ok. Toll ist das hier, viele Gewässer, ungestörte Wälder, genug zu essen. Darum kümmern die sich. Und die Kameras haben sie auch abgebaut. Weiter so und tschüss- ich muss nun wirklich los!“

Im nächsten Newsletter, der am Freitag, den 05. März auf die Reise geht, geht es weiter mit den Grußworten. Dann lernen Sie auch die Pflanze der Region für März, die Stechpalme, kennen.

 

Fischotter LLUR
Erwischt! 2016 ging uns der Fischotter in die Kamerafalle (Quelle: LLUR)

Grußwort eines gern gesehenen Gastes:

Seeadler

„Du lieber Himmel! Von hier oben habe ich einen sehr guten Überblick und kann euch daher allerlei erzählen, was im Elbmarschenhaus so los ist. 15 Jahre? Das ist schon was, aber ein Seeadler wie ich kann das auch schaffen. Die sind ganz schön rührig dort im Elbmarschenhaus, das kann ich Ihnen sagen. Jedes Jahr kommen 4 oder 5 junge Leute für 1 Jahr ins Haus. Sie machen einen sogenannten Freiwilligen-Dienst. Jede Woche ziehen sie los und kartieren die Vogelwelt der Elbmarschen. Und alle sind ganz versessen darauf, mich, den König der Lüfte, zu Gesicht zu bekommen. Meist lass ich sie erst mal ein paar Wochen zappeln, aber dann zeige ich mich und lasse mich bestaunen. 2,50 m Flügelspannweite ist deutlich länger als die Menschen da unten groß sind.

Ich freue mich, dass mein Brutstandort durch die Leute im Elbmarschenhaus geheim gehalten und geschützt wird. Das ist nämlich gar nicht schön, wenn ich und meine Familie gestört werden. Da musste ich auch schon mal Eier zurücklassen und die Brut abbrechen.Vor einigen Jahren ist unser Horst sogar abgestürzt! Wir haben aber in der Nähe was Neues gefunden. Da sagt meine Frau zu mir: „Schau mal, dort, wo unser abgestürzter Horst war, da sind jetzt Leisten und Latten montiert worden.“ Wir wussten erst gar nicht, was das sollte, aber dann wurde klar, dass Leute vom Elbmarschenhaus das gebaut haben, damit wir an der alten Stelle wieder brüten können. Das hat uns sehr gerührt! Seid bitte nicht enttäuscht, dass wir trotzdem dort nicht wieder gebrütet haben. Wir hatten doch gerade erst neu gebaut und waren mit Sack und Pack umgezogen. Wir danken euch trotzdem und wünschen euch alles Gute!“

Herzlichen Dank lieber Herr Seeadler, auch für die Erklärung, warum unser Kunst-Horst nicht angenommen wurde.

Von Haplochromis – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0