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Maritime Vergangenheit

In der Unterelberegion haben sich Industrie, Wirtschaft  und Technik oft in engem Wechselspiel mit den maritimen Gegebenheiten entwickelt. Einige Bauten und Umgestaltungen der landschaftlichen Gegebenheiten zeugen noch heute von dieser maritimen Vergangenheit.

Leuchtfeuer Julssand, rechts PagensandLeuchtfeuer Julssand (Foto: Norbert Jaedicke), rechts Leuchtfeuer Pagensand

Schiffsbau an Elbe, Pinnau und Krückau: die kleinen Elbewer

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert haben sich in Holstein Holländer niedergelassen. Sie beeinflussten den Bau der Ewer in der Unterelberegion nachhaltig. Fast ausschließlich auf den Holsteinischen Werften gebaut wurden die kleinen Elb-Ewer. Sie hatten eine Länge zwischen 11,50 und 15,50 m bei einer Breite von 3-4,20 m und 8-20 Registertonnen. Werften lagen in Haseldorf, Moorrege, Spiekerhörn, Elmshorn. Auch die meisten Heimathäfen der kleinen Ewer befanden sich in Holstein: Wedel, Hetlingen, Uetersen und Elmshorn (nach: Hans Szymanski)

Eine Reihe von Werften im Kreis Pinneberg zeugen noch heute von der Tradition des Schiffsbaus in der Unterelberegion.

Pinnau / Neuendeich Anfang des 20. JahrhundertsPinnau bei Neuendeich 1929 (Foto:Max Broders)

Die Marschwerft an der Pinnau 

Die wohl älteste Werft im Uetersener Umland war die Marschwerft. Sie befand sich bis 1929 am Moorreger Deich der Pinnau. Gegündet wurde sie bereits 1735 von einem Schiffszimmermann Johann Hinrich Cremer und lag damals noch auf einer flachen Warft. Sie wechselte mehrmals die Besitzer. Nach Claus Nothdorf wurde die Werft 1827 zunächst vom Schiffbauer Detlev Friedrich Schedelgar übernommen. Das Bauprogramm der Werft umfasste Jachten, Kutter und Ewer bis 20 Tonnen. Schon 1832 ging die Werft nach dem Tode Schedelgars in den Besitz von Johann Heinrich Finck über, dessen Witwe den Betrieb 1897 an seinen Schwiegersohn Hans Jacobs weitergab.

Unter dem neuen Besitzer stellte die Werft zeitgemäß auf den Bau von Eisen- und später Stahlschiffen um. So wurde 1887 der letzte Holz-Ewer gebaut. Im Museumshafen Oevelgönne in Hamburg ist heute noch der 1904 in der Moorreger Werft gebaute Stahl-Ewer Elfriede zu sehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurden nur noch 3 weitere Ewer gebaut.

Ewer GloriaEwer Gloria (Foto links: Holsteintourismus/photocompany, Foto rechts: Elisabeth Herrmann)

Ewer Gloria - gebaut in der Werft D. W. Kremer & Sohn, Elmshorn

Der Frachtewer "Gloria" war eines der ersten Schiffe, die in Stahlbauweise hergestellt wurden. Er stammt aus dem Jahr 1898 und wurde von der Werft D.W.Kremer & Sohn, Elmshorn gebaut. 2001- 2008 wurde das Schiff restauriert. Ort der Restaurierung war die" Museumswerft Elmshorn", die sich am Ende der schiffbaren Krückau auf dem Gelände einer ehemalige Werft liegt. Mit öffentlichen Mitteln werden hier im Rhmen eines ÜAZ (Überbetriebliches AusbildungsZentrum) alte Schiffe wieder hergerichet

"Seit dem Jahr 2004 befährt die GLORIA, teils unter Segeln, teils unter Motor, die Elbe und ihre Nebenflüsse, insbesondere aber die Krückau. Statt Lasten befördert sie fröhliche Menschen auf Ausflügen, zeigt ihnen die Schönheit unserer Flusslandschaft und den Umgang mit einem historischen Schiff, wie es unsere Vorfahren wohl taten. Im Sommer fahren wir mit unseren Mitgliedern auch längere Touren, zum Beispiel auf der Ostsee. Übernachtet wird in bequemen Kojen an Bord, zumeist in Häfen, die eine Sanitärstruktur bieten." (Quelle: Web-Seite  des Vereins Ewer Gloria, http://www.ewer-gloria.de/)

Interessante Informationen zur Geschichte und der Widerherstellung des Schiffes finden Sie auf der Internetseite des Ewer Gloria: http://www.ewer-gloria.de/

Schiffsbau auf Spiekerhörn

In Spiekerhörn, unweit der Fähre Kronsnest (s.u.) am Unterlauf der Krückau, entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein florierender Schiffsbau kleiner hölzerner Frachtsegler. 1842 gründete der Schiffbaumeister Marx Lüdemann hier eine erste Werft. Sein Sohn führte die Werft bis 1910. In diesem Jahr lief das letzte hölzerne Schiff vom Stapel. Die Umstellung von Holz- auf Eisenschiffbau war dem Geschäftsmann nicht gelungen und führte zur Schließung des Betriebes. (nach: Herbert Karting).

Die Kleinste Fähre Deutschlands

Fähre Kronsnest - Saisoneröffnung am 1.MaiHolöver - Fähre Kronsnest am Tage der Saisoneröffnung, 1.Mai

Die Ufer der Krückau verbindet die kleinste Fähre Deutschlands, die Fähre Kronsnest. Für Personen und Radfahrer ist es ein einzigartiges Erlebnis mitsamt dem Rad mit diesem Fährkahn vom Bootsmann im Handbetreib per Wriggen übergesetzt zu werden. Seit 1993 ist die kleinste Fähre Deutschlands wieder in Betrieb, nachdem ein Fährverein den Kahn nach historischem Vorbild aus Eichenholz nachbaute und heute in ehrenamtlicher Arbeit betreibt.

Wer einen Ausflug zur Fähre macht, sollte sich Zeit nehmen auch im Stöpenkieker, dem Minimuseum an der Fähre Kronsnest einzukehren. Denn nach einer guten Tasse Kaffee, selbstgebackenem Kuchen und Klönschnack lohnt es sich immer, die aktuelle, liebevoll gestaltete Ausstellung anzusehen. Alljährlich wird hier zur Eröffnung der Fährsaison eine neu zusammengestellt Ausstellung des Fährvereins gezeigt. Diese behandeln maritime, regionale und örtliche Themen aus historischem Blickwinkel.

Wer sich über das Projek der kleinsten Fähre Deutschlands informieren möchte und bei einer der traditionsreichen Veranstaltungen während der Saison zugegen sein möchte, findet Informationen auf der Web-Seite der Fähre Kronsnest: Fähre Kronsnest

Betriebszeiten der Fähre
vom 1. Mai bis 3. Oktober an Wochenenden und Feiertagen,jeweils von 9.00 bis 13.00 und 14.00 bis 18.00 Uhr.

Öffnungszeiten Stöpenkieker
An Sonn- und Feiertagen von 14.00-18.00 Uhr.

Drehbrücke Klevendeich / Neuendeich

Drehbrücke Klevendeich / NeuendeichHandrad, mit dem einstmals die Drehbrücke von Hand geöffnet wurde (Foto: Elisabeth Herrmann), rechts: Stahlkonstruktion der Drehbrücke

Die Pinnau trennt die Seestermüher Marsch von der Haseldorfer Marsch. 1887 wurde zur mühelosen Überquerung des Flusses und zur Verbindung der Marschen die Drehbrücke Klevendeich / Neuendeich errichtet.

Heute steht die Brücke unter Denkmalschutz. Sie ist die älteste funktionsfähige Drehbrücke Deutschlands: Noch heute wird die einspurige Brücke genutzt. Kein Wunder also, dass 1996 bis 1999 1.380.000 € für die Instandsetzung der Brücke aufgewendet wurden.

Ein Kulturdenkmal ist sie auch auf Grund Ihrer Konstruktion. Bei der Klevendeicher Brücke handelt es sich um eine genietete Stahlkonstruktion mit drei Brückenbögen, die zu jeweils einem Brückenteil gehören. Die drei Brückenteile ruhen auf insgesamt fünf Stützen, zwei Widerlagern an den Rändern und drei Pfeilern als Mittelunterstützung. Der Belag der einspurigen Fahrbahn besteht aus Holzdielen, die mit Eisenbändern zusammengehalten werden.

historische Drehbrücke Klevendeich / NeuendeichHistorische Drehbrücke Klevendeich / Neuendeich

Die beiden nördlichen Einheiten der Brücke sind nicht drehbar. Der südliche Brückenteil hat in der Mitte einen Drehpfeiler und lässt sich daher im Winkel von 90° drehen. Dabei gibt er die Durchfahrt für die Schiffe frei, z.B. für die Binnenschiffe, die noch bis vor kurzer Zeit fast ausschließlich den Transport von Rohstoffen und Produkten der in Uetersen gelegenen Fabrik Stora Enso über die Pinnau übernahmen.

Früher wurde die Brücke per Hand gedreht, wozu das noch erhaltene Handrad diente. Inzwischen hat es seine Funktion verloren, da die Drehung maschinell betrieben wird. Ein Elektromotor wurde neben dem alten Handrad angebracht. Er treibt heute den Drehmechanismus mit Lauf- und Rollkranz an, der an der Südseite der Brücke gut sichtbar ist.

Warften und Deiche

Alte Deichreste bei Haseldorf und moderner Deich - Entwicklungsstufen eines BauhandwerkesAlte Deichreste bei Haseldorf und moderner Deich - Entwicklungsstufen einer Bautechnik

Die Besiedelung der Marsch durch den Menschen geht Hand in Hand mit der Verbesserung der Möglichkeiten, Mensch wie auch Hab und Gut vor Überschwemmungen und Sturmfluten zu schützen. Die Sturmfluten in den 60iger und 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts gaben Anlass zum Neubau eines höheren Deiches mit einer Durchschnittshöhe von 7,48 m und modernem, Deichquerschnitt. Anders als die alten Deiche mit einer Höhe um 4,20 m, die entlang der Ortschaften verliefen, wurde die Deichlinie verkürzt und an die Ufer des Elbstromes verlegt. Damit wurden große Marschflächen, die bis dahin der Tide ausgesetzt waren, eingedeicht und z.T. in Grünland und Ackerland verwandelt. 

Die Situation der Sturmflut 1976 gibt die Web-Seite Haseldofer-Marsch.de eindrücklich wieder: http://www.haseldorfer-marsch.de/haseldorfermarsch/flut1976/index.html)

Weiterführende Informationen über die Geschichte des Deichbaus in Schleswig-Holstein finden Sie hier: http://www.geschichte-s-h.de/vonabisz/deichbau.htm

 Überschwemmungen auf eingedeichtem LandKein seltener Anblick in der Marsch: Überschwemmungen des eingedeichten Landes bei Starkwind und Flut

In der Wedeler, der Haseldorfer und der Seestermüher Marsch ist das Ringen um trockenes Land trotz Eindeichung allenorts noch deutlich zu sehen und auch heute noch immer von lebenswichtiger Bedeutung. So werden noch heute die binnendeichs gelegenen Grünlandflächen durch ein Grabensystem entwässert, das in regelmäßigen Abständen ausgebaggert und saniert werden muss.

Gut zu beobachten ist dies in der Seestermüher Marsch. Im Bereich Kurzenmoor befinden sich noch heute historische Höfe auf den einstigen Warften. Bei hohen Wasserständen der Elbe in den Wintermonaten drückt das Elbwasser trotz Eindeichung in das Hinterland. Dann treten die Gräben der Grünlandbereiche über ihre Ufer und verwandeln die Marschwiesen partiell in eine Wasserlandschaft.

Marschenhof auf einer Warft in KurzenmoorHof in der Seestermüher Marsch bei Kurzenmoor

Der "Kulturhistorische Wanderweg" in Neuendeich führt durch einen abgelegenen Teil der Seestermüher Marsch und bringt den Wanderer oder Radfahrer an Orte, an denen die Geschichte noch ablesbar ist. Die Tafeln am Wegesrand helfen interessierten Besuchern, den Blick für die Zusammenhänge unmittelbar vor Ort zu schärfen. Wer selber auf Spurensuche gehen möchte, findet in der regionalen Ausflugskarte, der Schatzkarte, weitere Hinweise auf historische Landschaftsrelikte in der Region.

 

 

 

Maritime Landschaft


Unterelbe

Logo Maritime Landschaft Unterelbe

 

Die Maritime Landschaft Unterelbe

erstreckt sich von den westlichen

Toren Hamburgs bis zur Mündung

in die Nordsee und ist eine

Schatztruhe für Entdeckungs-

touren, z.B.:

Mitfahren auf historischen Schiffen

 


 

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Tourismus in der Marsch e.V.

im Elbmarschenhaus

Hauptstraße 26

25489 Haseldorf

 

Telefon 04129. 955 490

info@elbmarschenhaus.de

 

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Mi - So von 10 - 16 Uhr

 


 

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