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Kirchen und Dörfer in der Marsch

Im frühen Mittelalter waren große Teile der Elbmarsch undurchdringliche Wildnis aus Bruchwäldern, Wasser und Morast. Die Bewohner der Marsch mussten sich stets mit Sturmfluten und Überschwemmungen auseinandersetzen. Ab 1140 kamen Holländische Siedler ins Land, die zunächst in der Haseldorfer Marsch auf Warften siedelten, das Gebiet entwässerten und später Deiche bauten. Diese alte Kulturlandschaft gibt bis heute durch ihre charakteristische Bau- und Siedlungsweise Auskunft über die Geschichte der Besiedlung.

Hetlinger Marsch bei der Warft IdenburgHetlinger Marsch bei der Warft Idenburg (Foto: Norbert Jädicke)

Kirchspiele und Kirchen

Kirchenspiele stellten in der Zeit der Marschbesiedelung zentrale Punkte der Gemeinschaft dar. Um sie herum entstanden die noch heute charakteristisch langgezogenen Marschendörfer. Nur an wenigen Kirchspiel-Standorten konnten Kirchen und Dörfer bis heute bestehen, sie aber lohnen eine Reise.

Das versunkene Kirchspiel Bishorst

Bekanntestes Kirchspiel ist Bishort. Einst war es das geistliche Zentrum der Haseldorfer Marsch. 1532 wurde es bis auf wenige Häuser von der Sturmflut vernichtet. Eine erneute Sturmflut 1751 löschte mit den letzten Häusern die Siedlung aus.

Bishorst - Einstmal Ort des KirchspielsBishorst heute - einstmals befand sich in dieser Gegend das Kirchspiel

Heute liegt das einstige Dorf Bishorst versunken in der Elbe umgeben von Flächen des Naturschutzgebietes Haseldorfer Binnenelbe und Elbvorland. Nur noch eine Warft mit steinernem Mauerwerk und die Eschenallee erinnern noch an den alten, bedeutenden Siedlungsplatz und seine Geschichte. Zuweilen werden Überreste des Ortes durch die starke Strömung der Elbe freigelegt.

Wer den verwunschen Ort besuchen möchte, der von der Natur von Jahr zu Jahr stärker umfangen wird, geht in Höhe des Obstgutes Deekenhörn in Haseldorf Hohenhorst durch die alte Eschenallee in Richtung Elbe und biegt dann rechts zur Warft ab.

Kirche St. Gabriel in Haseldorf

Kirche Haseldorf, InnenraumKirche Haseldorf (Foto: Norbert Jädicke), rechts: reich ausgestatteter Innenraum

Zwischen 1200 und 1250 gebaut gilt die Kirche St. Gabriel heute als bedeutendster spätromanischer Backsteinbau in den Elbmarschen. Mit fast ursprünglich erhaltenen Längswänden aus Klosterziegeln, einer im 16. Jahrhundert angebauten Gruft mit Epithaph an der Stirnwand und einer reichhaltigen Innenausstattung, die von Patronatsloge über Kronleuchter bis hin zur historischen Orgel reicht, erzählt die Kirche aus den Jahrhunderten Ihrer Präsenz eine reichhaltige Geschichte.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann im Elbmarschenhaus eine Führung durch die Kirche und den angrenzenden Schloßgarten buchen.

Die mittlerweile restaurierte Orgel erklingt in den Sommermonaten jeden Sonntag, wenn der Kirchenmusiker Jörg Dehmel zum Konzert einlädt.

Weitere Informationen zur Kirche St. Gabriel finden Sie bei wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Gabriel-Kirche_%28Haseldorf%29

Hl. Dreikönigskirche (Haselau)

Heilge Dreikönigskirche in HaselauHeilge Dreikönigskirche in Haselau (Foto: Fotowettbewerb Aktivregion Pinneberg Nr. 47)

Eine Urkunde belegt, dass bereits 1251 ein Kirchspiel in Haseldorf existierte. Es wird vermutet, dass die ursprünglich Kirche aus Holz gebaut war. Die ältesten Teile der heutigen steinernen Kirche stammen erst aus den 14. Jahrhundert. Der Name der Kirche geht auf die Inschrift „help got / caspar melchior baltazar" zurück, die sich an der Nordwand an einer gotischen Türsims im Inneren der Kirche befindet.

Der heutige hölzerne Glocketurm stammt aus dem Jahre 1866. Er beherbergt einen eisernen Glockenstuhl mit 7 Glocken, darunter auch die alteste Glocke des Kreises Pinneberg: Die Stundenglocke aus dem 13. Jahrhundert. Ihrer schlanken Form verdankt sie den Namen Zuckerhutglocke.

Weitere Informationen zur Hl. Dreikönigskirche finden Sie auf der Webseite der Gemeinde Haselau: http://www.gemeinde-haselau.de/haselau/kirche/index.html

St.Johannis Kirche in Seester

St. Johannis Kirche in SeesterSt. Johannis Kirche in Seester

Urkundliche Erwähnungen weisen darauf hin, dass die Kirchengemeinde Seester schon seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts besteht. Die Ursprünge des Kirchengebäudes der St. Johannis Kirche gehen jedoch erst auf das 15. Jahrhundert zurück. Gebaut wurde sie in spätgotischem Stil. Der hölzerne Glockenstuhl steht separat.

Reizvoll ist nicht nur die schöne Innenausstattung der Kirche. Von hohen Linden umsäumt, liegt die Kirche auf einer Warft im Dorfkern der Gemeinde Seester. Sie ist das Zentrum eines historischen, denkmalgeschützten Gebäudeensembles. Auf dem nordwestlich angrenzenden Friedhof stammt der älteste noch erhaltene Grabstein aus dem Jahre 1663.

Alle zwei Jahre stehen die Kirche und das nahe Umfeld im Mittelpunkt des Blütenfestes. Gefeiert wird u.a. mit einem musikalischen Chorprogramm und Aktionen für die ganze Familie.

Weitere informationen finden Sie auf der Webseite der Kirchengemeinde Seester: http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Johannes-Kirche_%28Seester%29
sowie bei wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Johannes-Kirche_%28Seester%29

Kloster Uetersen

Klosterkirche Uetersen, KlostertürKlosterkirche Uetersen (Foto: von Ziehlberg), rechts: Klostertür (Foto: Elisabeth Herrmann)

Das Kloster Uetersen wurde 1235 vom holsteinischen Edelmann Heinrich von Barmstede gegründet und bis zur Reformation als Zisterzienserkloster geführt. Dann widmete König Christian III. von Dänemark, der Herzog von Schleswig und Holstein war, das Nonnenkloster in ein Damenstift für adelige Frauen um. Noch heute ist das Kloster eine Stiftung, der 7 Damen und ein Priörin angehören. Sowohl die Gebäude als auch die Gartenanlage im Klosterbezirk sind einen Ausflug wert.

Ausführliche Informationen zum Kloster und seiner Geschichte finden Sie auf der Webseite http://www.evangelische-zisterzienser-erben.de/uetersen.html#Anfang

Die Marschendörfer

Die typische Anordnung der Häuser in den Marschendörfern prägt noch heute das Bild der Orte Hetlingen, Haseldorf, Haselau, Neuendeich, Seester, Seestermühe und Nordende.

Die Hauptstraße der Ortschaften werden beiderseits von Gebäuden gesäumt, deren rückwärtiges, unbebautes Gelände meist unmittelbar an die Landschaft angrenzt. Diese Reihendörfer, die sich entlang der Straße durch die Landschaft ziehen, sind die typische Siedlungsform der Marschgebieten. Sie entwickelte sich in Norddeutschland unter niederländischem Einfluss etwa seit dem 12. Jahrhundert.

Die Siedlungsform verweist entstehnungsgeschichtlich auf die einst enge Verbindung von Flurnutzung und Gebäuden. Die Anbindung an eine gemeinsame Erschließungs- und Entwässerungsachse ersparte viel Kraft und Arbeit. Das hinter dem Gebäude gelegene Land wurde zur Viehaltung genutzt und konnte sukkzessive als Grünland urbar gemacht werden. Dahinter lag der Wald, der Brennholz und Astwerk lieferte. In späteren Jahrhunderten bot dieses Land Raum für die Anlage von Obstgärten zur Eigennutzung.

Mehr zu den Dörfern der Region erfahren Sie in unserer Rubrik  "Das Haus / Orte"

Kreuzdeich - Idylle an der PinnauKreuzdeich - Idylle an der Pinnau (Foto: Elisabeth Herrmann)

Erfahrbar wird das Marschendorf jedem Wanderer z.B. bei einem langen Spaziergang auf dem alten Deich von Hetlingen nach Haseldorf Scholenfelth, bei einer Wanderung auf dem Deich in Seestermühe oder auf dem Pinnaudeich bei Neuendeich: Unmittelbar an den alten Ortsrändern entlang führt der Weg - auf der einen Seite entlang der Häuser, auf der anderen Seite entlang der Marschflächen.

Info

Tourismus-Information

Tourismus in der Marsch e.V.

im Elbmarschenhaus

Hauptstraße 26

25489 Haseldorf

 

Telefon 04129. 955 490

info@elbmarschenhaus.de

 

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Mi - So von 10 - 16 Uhr

 


 

Tourenberatung und

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in der Kernzeit, Mi - Fr 10 - 16 Uhr

(Winterferien 24.12. - 06.01.2017)

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