zurück

Handwerk & Tradition

 

Noch heute durchziehen vielen Gräben das Marschland. Der geschulte Beobachter wird im Landesinneren der Marsch Reste alter Deiche und unter den Höfen Warften erblicken. Sie zeugen von den menschlichen Anstrengung, unter denen das feuchte und sumpfige Land einst nutzbar gemacht wurde.

Aus der Notwendigkeit, die Ressourcen der natürliche Landschaft zu nutzen, entwickelten sich traditionelle Handwerkskünste, die für die Elbmarschen typisch und z.T. noch heute lebendig sind. Binsen, Schilf und Weiden - ursprüngliche Pflanzen der Flusslandschaft - spielen bei der Entwicklung eine große Rolle ebenso wie die Möglichkeiten Landwirtschaft und Handel betreiben zu können. .

Röhrichtflächen am Elbufer bei HetlingenRöhrichtflächen am Elbufer nahe Hetlingen

Die Binsenschneider

Die Binse ist ein Knoten-loses, dunkelblaugünes Schilfgras von bis zu 1,5 cm Durchmesser. Bis zu 1,5 m tief kann es im Wasser wurzeln und dem Wellenschlag Widerstand leisten. An günstigen Standorten, wie sie einst an der Unterelbe zu finden waren, wird es bis zu 3 m hoch.

Noch bis in das Jahr 2012 schnitten in den Frühsommermonaten die Binsenschneider zur Ebbe die Binsen. Die schweren Bündel legten sie auf Kähne, mit denen sie die Fracht an Land brachten. Das Handwerk des Binsenschneidens erfordert viel Erfahrung, u.a. um die Binsen schimmel- und fleckenfrei zu trocknen und anschließend so zu lagern, dass aus den Pflanzen hochwertiges und gefragtes Flechtmaterial für Stuhlbespannungen entsteht. Früher wurden auch Körbe, Schuhe und Fischreusen daraus hergestellt.

 Binsenschneider beim Schneiden und Abtransportieren der Binsen mit dem KahnLinks: Binsenschneider beim Schneiden der Binsen, rechts: Abtransport der Binsen-Bündel mit dem Kahn bei Flut (Fotos: Annegret Hamster)

In der Haseldorfer Marsch hat auf Grund der zurückgehenden Schilfbestände der letzte Binsenschneiderbetrieb im Ort 2012 sein Handwerk aufgegeben.

Die Bandreißer

FassreifenFassreifen (Foto: Elisabeth Herrmann)

Das Bandreißen ist ein traditionelles Handwerk der Elbmarschen. Frisch geschnittene Weidenruten werden entbastet. Anschließend werden die geschälten Äste gespalten und zu Faßreifen verarbeitet. Diese waren früher notwenig, um die Holzfässer zusammenzuhalten. Die Bandreißer (niederdeutsch "Bandmoaker") waren überwiegen an der Unterelbe tätig. Da sie zur Herstellung der Fassreifen Korbweiden benötigten, bauten Sie diese selber an. Viele der heute vorhandenen Weidenpflanzungen gehen auf diese Handwerkstätigkeit zurück. Noch heute besteht eine Bandreißerwerkstatt in Hetlingen, in der die Bandreißer ihr Handwerk zur Bewahrung der Tradition ausüben.

Wer das Bandreißen einmal live erleben will, wende sich an den Kulturverein Haseldorf, der die Bandreißerkate mit original Bandreißerwerkstatt betreut.

Handwerk Bandreissen - viele Schritte führen zum FassreifenBandreissen - In vielen Einzelschritten entstehen aus den Weidenruten die Fassreifen

Flechtkunst – die Nutzung der Korbweide

Wer aufmerksam die Landschaft durchreist, kann vielerorts die Kopfweiden an den Gäben und Feuchtgebieten in der Marsch sehen. Dort wo die Pflege der Weide aufgegeben wurde, brechen sie auseinander. Dort, wo sie alls 3-10 Jahre fachgerecht geschnitten werden, bilden sie jungen Austriebe: die charakteristisch büschelartigen Köpfe der Weichhölzer.

Aus dem jungen, nachwachsenden Geäst wurden einst Körbe und Zäune geflochten. Stärkere Pflöcke dienten dem Lebendverbau.

Kopfweidenreihe in der Hetlinger Marsch Eine Reihe alter Kopfweiden in der Hetlinger Marsch (Foto: Almut Roos)

Auf dem Gelände des Elbmarschenhauses (Link auf Naturerleben) zeigen ein Weidentunnel, ein Weidenzelt und die gepflegten Kopfweiden die Nutzbarkeit der Pflanze als Baumaterial.

Naturerlebnisraum am Elbmarschenhaus

Ständerbau – der Fachwerkbau der Elbmarschen

Kate in Seestermühe und typische Scheune in der MarschEinst traditionelle Bauweise in den Elbmarschen - Ständer-Fachwerkbau

In den Elbmarschen begegnen dem Besucher vielerorts die typischen Marschenhäusern mit flachen Außenwänden und hohen Dächern. Kaum einer vermutet dahinter einen Fachwerkbau. Erst wenn man in einen typischen Marschenhof eintritt, offenbart sich die Baukunst: Vom Boden ist zum Giebel öffnet sich ein weiter Raum. Die Bauweise wird daher auch Hallenbau genannt.

Das Fachwerkhaus selber wird durch ein Holzskelett getragen, bei dem horizontale und vertikale Streben durch schräge Streben stabilisiert werden. Die Zwischenräume, die Gefache, werden mit Astgeflecht gefüllt und mit Lehm verputzt oder vollständig mit Mauerwerk gefüllt.

In früheren Zeiten wurde das Stammholz in Handarbeit zu Balken mit quadratischem Querschnitt behauen. In fachgerechtem Holzverbund ohne metallische Hilfmittel wurden dann die Hölzer zur tragenden Konstruktion zusammengefügt. Lediglich handgefertigte Holznägel sicherten das Gerüst an einzelnen Stellen.

Zwei Modelle typischer Fachwerkskonstruktionen in den holsteinischen Elbmarschen zeigt die Ausstellung im Elbmarschenhaus.

Austellung im Elbmarschenhaus

Marschenhof mit Reetdach Reetgedeckter Marschenhof in Seestermühe

Die Reetdachdecker

Reet bzw. Schilf war eines der ersten Bedachungsmaterialien der sesshaft gewordenen Menschen; dies ist vor allem auf seine Eigenschaften als Wasserpflanze und seine lokale Verfügbarkeit zurückzuführen. Die ersten Reetdächer waren einfache Eindach-Häuser.

Im Mittelalter wurde aufgrund der Brandgefahr in dicht bebauten Gebieten das Reetdach in den Städten durch Hartdächer ersetzt. Auf dem Lande behielt das Reet jedoch bis in die heutige Zeit eine gewisse Bedeutung. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer (Pfahlbauten am Bodensee) gab es bereits um 4000 v. Chr. Es war leicht aufgebundenes Reet, das mit Haselnussstöcken als Schachtstange und eingeweichten Weidenstöcken auf den Dachstuhl gepresst wurde.

Besonders in Seester finden Sie viele alte und Reet-gedeckte Häuser. Ein Rundgang durch den Ort lohnt sich.

 Schilf Schilf - einst wichtigestes Material zum Dachdecken. Rechts: Blick in die Schilfbestände des Naturschutzgebietes am Elbvorland nach den Winterfluten.

Info

Tourismus-Information

Tourismus in der Marsch e.V.

im Elbmarschenhaus

Hauptstraße 26

25489 Haseldorf

 

Telefon 04129. 955 490

info@elbmarschenhaus.de

 

Öffnungszeiten

Mi - So von 10 - 16 Uhr

 


 

Tourenberatung und

Vermittlung

in der Kernzeit, Mi - Fr 10 - 16 Uhr

(Winterferien 24.12. - 06.01.2017)

mehr

 


Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungstipps

Veranstaltungskalender

 


Service

rund um das Elbmarschenhaus

Prospektservice

Downloads

 


Der Tourismusverein

Tourismus in der Marsch e.V.

 


Unsere Partner

Logo Unterelbe


 

Logo Binnenland


 

Logo Schleswig-Holstein


 

Logo MR Hamburg