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Café Hof Mühlenwurth

Bärbel Schuldt, Hohenhorster Chaussee 58, 25489 Haselau-Hohenhorst
Telefon 0 41 29 - 745

siehe auch: http://www.haseldorfer-marsch.de/haselau/cafesundgaststaetten/cafehofmuehlenwurth/

Öffnungszeiten:
Sonntag und Montag 14 - 18 Uhr
Gruppen und Feierlichkeiten jederzeit auf Anmeldung.

   

Ein urgemütliches Bauernhofcafé lädt Sie ein mit altem gepflegtem und originellem Mobiliar, freundlicher Bedienung und leckerem selbstgebackenen Kuchen. Im Sommer können Sie auf der herrlichen Gartenterrasse im Freien sitzen und dort Ihren Kaffee oder Tee und Kuchen oder Eis genießen. Der Blick geht weit über die Felder hin zum Elbdeich.

Bei den selbstgebackenen Kuchen sind die Apfeltorte mit Eierlikör, die Baisertorte und die Buchweizentorte besonders beliebt.                                       
Vor dem Haus sind ausreichend Parkplätze vorhanden.

Bedeutender Schatzfund
Am 15. Februar 2005 stieß der Haselauer Landwirt Heiner Schuldt bei Renovierungsarbeiten im Lehmfußboden der Diele seines Bauernhauses in Mühlenwurth auf einen alten Bronzekessel - darunter lagen in ein Tuch eingewickelt 99 schöne schwere Silbermünzen aus der Zeit von 1546 bis 1626. Die Münzen wogen zusammen rund 2,2 Kilogramm. Als Bärbel Schuldt ihren Ehemann zum Essen holen wollte, rief er: „Du, ich hab gerade einen Schatz gefunden!" 


Im Museum in Schleswig steht im März 2006, ein Jahr nach dem Münzfund, Heiner Schuldt vor einer Vitrine mit dem Topf, einigen der Silbermünzen und dem Foto vom Fundort.


Heiner und Bärbel Schuldt riefen den Moorreger Juristen und Hobby-Archäologen Dr. Hans-Herbert Henningsen an und berieten mit ihm, was jetzt zu tun wäre. Zwei Münzen wurden per Einschreiben an das Archäologische Landesamt nach Schleswig geschickt, wo man den Wert des Schatzes sofort erkannte und hoch erfreut war über die ehrlichen Finder. Auch die restlichen Münzen wurden dem Archäologischen Landesamt übergeben. Der Schatz wurde gereinigt, konservatorisch behandelt und vom Numismatiker Dr. Ralf Wiechmann aus Hamburg bestimmt. Es handelte sich um einen aus archäologischer Sicht sehr wertvollen und bedeutenden Fund. Die 99 Silbermünzen hatte ihr damaliger Besitzer mit viel Sachverstand angespart und zusammengestellt, denn sie zeichnen sich durch einen hohen Silbergehalt aus und die Münzen hatten damals eine solide Gültigkeit im Münzumlauf. Mit ihrem Wert konnte man zwölf Tonnen Weizen oder sieben Pferde kaufen.

Der Silberschatz besteht ausschließlich aus Großsilbermünzen, es ist kein Kleingeld dabei. Es handelt sich um 31 Markstücke, 2 halbe Markstücke des wendischen Münzvereins, 45 Taler, 19 Halb- und 2 Vierteltaler.


Wie bei jedem Schatzfund stellen sich auch hier die Fragen: Wer vergrub den Schatz? Warum? Und warum ist er nicht wieder ausgegraben worden? Man kann sich der Frage nach den Besitzern des Schatzes bzw. den jeweiligen Bewohnern der Mühlenwurther Hofstelle nur annähern. Das Schuld- und Pfandprotokoll, Vorläufer des Grundbuches, reicht nur bis 1805 zurück. Die älteren Rechnungsbücher und Steuerlisten erlauben keine Zuordnung von Person und Grundbesitz.
Es lassen sich aber Rückschlüsse ziehen, warum die Münzen verborgen wurden. Ein Motiv und damit eine plausible Erklärung findet sich in den politischen Ereignissen. Da die beiden Schlussmünzen aus dem Jahr 1626 stammen, kann der Schatz frühestens in diesem Jahr vergraben worden sein. Das ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), dessen Auswirkungen auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein nicht verschonten. Wer schon nicht sich selbst und seine Familie vor den Plünderungen und Brandschatzungen der marodisierenden Soldateska in Sicherheit bringen konnte, etwa in den Festungen Krempe, Glückstadt, hinter den sicheren Mauern Hamburgs oder südlich der Elbe in Stade, der brachte zumindest sein Vermögen in Sicherheit. Und auch wer seine Barschaft auf der Flucht nicht mitzunehmen wagte, vergrub sie an verstecktem Ort. Denn wo waren Münzen sicherer dem feindlichen Zugriff entzogen als in der Erde?

So wurden die Haselauer Münzen spätestens im Sommer 1627 vergraben. Mit dem Lübecker Frieden vom Mai 1629 kehrte zunächst Ruhe ein in die Haseldorfer Marsch und die Person, die den Schatz vergraben hat, hätte ihn nun leicht heben können. Es kam nicht dazu. Irgendetwas muss passiert sein, was den Schatz in Vergessenheit geraten ließ…

Quelle: Auszug aus einem Prospekt vom Archäologischen Landesamt und Landesarchiv im Prinzenpalais Schleswig: " 99 Silbermünzen. Der Haselauer Münzfund aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges".



Landesarchivdirektor Professor Dr. Reimer Witt bedankt sich bei Heiner und Bärbel Schuldt mit originalen Nachbildungen der Münzen und einem Marzipanprägestempel in Münzform für das Bauernhofcafé von Bärbel Schuldt

Der Schneidewinkel der Torten..
Die Schleswiger Archäologen fuhren mehrfach nach Haselau-Hohenhorst, um den historischen alten Bauernhof zu besichtigen und um nach einer eventuellen 100. Münze zu graben. Bestand der Schatz wirklich aus 99 Münzen oder lag irgendwo noch die Münze Nummer 100 im Lehmboden der Diele? Die hundertste Münze wurde trotz intensiver Suche nie gefunden. Die Wissenschaftler waren jedoch nicht allzu traurig, denn sie wurden von Bärbel Schuldt in deren Bauernhof-Café so gut bewirtet, dass sie die 4 Stunden Autofahrt Schleswig-Hohenhorst hin - und zurück schnell vergaßen.
Während der Ausstellungseröffnung rühmte Landesarchivdirektor Reimer Witt den vorzüglichen Kuchen im Café Mühlenwurth und erinnerte sich lebhaft an den "großzügig bemessenen Schneidewinkel der Torten". Bärbel Schuldt erhielt von Professor Witt für das Verzieren ihrer Marzipantorten einen Prägestempel, worin eine der historischen Münzen als Hohlmodel nachgebildet ist.

 

 

 

 

 

 


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