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Fischer im prächtigen Gewand – der Eisvogel!

 

Foto: Martina Moellenkamp

Der bunt schillernde Eisvogel ist unzweifelhaft mit seiner Farbenpracht und seiner Gestalt einer der schönsten und außergewöhnlichsten Vögel unserer Breiten. 

Daher wird er auch als fliegender Diamant oder fliegender Edelstein bezeichnet.
Da er sehr scheu ist, sieht man ihn nicht so häufig, sondern hört zuerst seinen Ruf, ein „tieht tieht“ und dann etwas Blaues schnell an einem vorbeifliegen.
Mit viel Glück kann man den Eisvogel aus sicherer Entfernung auf seinen Ansitzen beobachten.

Weibchen und Männchen unterscheiden sich kaum.
Das Weibchen hat einen roten Unterschnabel und ist etwas größer als das Männchen. Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel.

Der Eisvogel (Alcedo atthis) gehört zur Familie der Eisvögel (Alcedinidae).
Die meisten der 90 Eisvogelarten brüten in den Tropen. In Deutschland ist er der einzige Vertreter seiner Familie.

Den Eisvogel kann man fast in ganz Europa sehen. Von Südskandinavien, wo er nur als Brutvogel vorkommt, bis zur Nordafrikanischen Küste.
Mit viel Glück kann man ihn vom Schanzenturm, einem Beobachtungsturm auf dem Hetlinger Schanzsand oder aus den Unterständen an der Carl Zeiss Vogelstation beobachten.

Er bevorzugt klares ruhiges Gewässer mit vielen kleinen Fischen. Man sieht ihn an Flüssen, Kanälen, Entwässerungsgräben und Fischteichen.

Mit seinem großen dolchartigen Schnabel erbeutet er hauptsächlich kleine Süßwasserfische (in der Regel 4-5cm lang), indem er kopfüber und
wie ein Pfeil die Wasseroberfläche durchstößt. Dabei hat er die außergewöhnliche Fähigkeit den Brechungswinkel des Lichts im Wasser berechnen zu können.
Wenn er das nicht könnte, dann würde er häufiger danebengreifen.

Hat der Eisvogel schließlich einen Fisch erbeutet, setzt er sich auf einen Ast,
erschlägt den Fisch durch ständiges Hin- und Herschlagen auf den Ast und schluckt ihn dann mit dem Kopf voran – wegen der Schuppen,
die sonst wie eine Bremse wirken würden.
Im Sommerhalbjahr erweitert der Eisvogel seinen Speiseplan um Insekten, kleine Frösche, Kaulquappen, auch Molche, Krebs- und Weichtiere.

Der Eisvogel baut seine Nisthöhle an Steilufern von Gewässern.
Frühestens Anfang März legt das Weibchen 6 bis 7 weiß glänzenden Eier, aus denen nach 18 bis 21 Tagen die Jungen schlüpfen.
Nach Hudern durch beide Elterntiere verlassen die Jungen nach weiteren 23 bis 27 Tagen endgültig das Nest
und ernähren sich meist schon wenige Stunde nach dem Ausfliegen selbst.
Zwei Jahresbruten sind beim Eisvogel üblich. Er kann bis zu 10 Jahre alt werden.

Bei den Eisvögeln gibt es eine Besonderheit: 

Sie fangen schon in einer zweiten Brutröhre mit einer neuen Brut an, während die erste Brut noch nicht ausgeflogen ist.
Das Männchen füttert die erste Brut, während das Weibchen die zweite Brut bebrütet und einmal am Tag bei der ersten Brut vorbeikommt,
um sich einen Fisch vom Männchen zu erbetteln.

Der Bestand von Eisvögeln in Mitteleuropa ist stark vom Wetter abhängig.
In nassen Sommern mit Hochwassern ertrinken oder verhungern viele Jungen.
Kalte Winter machen ihm ebenfalls sehr zu schaffen und führen zu starken,
teils dramatischen Rückgängen, so etwa im Winter 1995/96.
Doch ist der Eisvogel durch seine hohe Vermehrungsrate an solche natürlichen Populationsschwankungen angepasst,
und es genügen meist wenige Jahre, um die Verluste wieder auszugleichen.

Der Ausbau und Kanalisierungen von Fließgewässern, zunehmender Nährstoffeintrag (Eutrophierung) und Gewässerverschmutzungen wirken sich jedoch nachhaltiger auf sein Vorkommen aus.
Wasserbauliche Maßnahmen haben in der Vergangenheit bereits in großem Umfang zum Verlust von natürlichen Steilufern geführt,
auf die der Eisvogel zum Anlegen seiner Brutröhre angewiesen ist.
Hier hat ein Umdenken eingesetzt, doch noch immer gehen Brutplätze durch Verbauung natürlicher Ufer verloren.

Mit gezielten Verbesserungen im Zuge von Gewässer-Renaturierungen können Brutmöglichkeiten (künstliche Steilufer) und Sitzwarten geschaffen werden.
Verbesserungen der Wasserqualität und eine artenreiche Fischfauna kommen dem seltenen Vogel ebenfalls zugute. 

Foto auf der Startseite: Andreas Schäfer

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