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Pflanze der Region
im Februar 2019

Sie bringen Farbe in den Winter – Stinzenpflanzen sind die Pflanzen der Region im Februar 2019

HASELDORF. Ein kalter, sonniger Tag im Monat Februar: im Garten finden wir überall Stinzenpflanzen. Unter den Büschen blühen die weißen, dort hinten vor der Hecke leuchtet violett eine ganze Gruppe mit den gelben Stinzenpflanzen rechts um die Wette.

Sie kennen diese Pflanzen gar nicht? Doch bestimmt, denn es handelt sich um Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge.

Unsere einheimischen Pflanzen sind jetzt noch fast alle im Winterschlaf. In unsere Gärten bringen Pflanzen, die aus anderen Ländern importiert und hier angesiedelt wurden, Farbe und die Verheißung auf Frühling. Unter „Stinzenpflanzen“ versteht man Pflanzen, die Zeiger alter Gartenanlagen
sind. Sie gehören zwar ursprünglich nicht zur einheimischen Vegetation, haben sich aber in diese eingefügt. Da sie sich in der Regel ordentlich benehmen und sich nicht invasiv ausbreiten, um andere Arten zu verdrängen, werden sie nicht bekämpft, wie zum Beispiel die Herkulesstaude, sondern geduldet und sogar geliebt.

Die Bezeichnung „Stinzenpflanzen“ soll sich aus dem friesischen Wort „Stins“ ableiten, das eine Burg oder ein Landhaus bezeichnete. Die Geschichte der Stinzenpflanzen ist tatsächlich eng mit Schlössern, Klöstern, Herrenhäusern und Gütern verbunden. Früher, ca. ab dem 16.Jahrhundert,
hatten nur diese Eigentümer das Geld, sich teure Pflanzen in die Gärten zu setzen.

Oft sind die Gebäude mittlerweile verschwunden, aber die Pflanzen sind geblieben und zu alten Kulturzeigern der früheren Nutzung geworden. Sie wurden ein Teil der natürlichen Vegetation. Das bekannteste Beispiel in Schleswig-Holstein sind sicherlich die Krokus-Wiesen im Husumer Schlosspark. Ein Meer lilafarbener Krokusse berauscht hier jedes Jahr eine große Besucherschar.

Auch unsere Schachbrettblume steht im Verdacht, dass sie einst aus Gärten entwichen ist und verwilderte. Dass sie ebenfalls berechtigt für Entzückung sorgt, merken wir bei unserem Schachblumenfest im April jeden Jahres.

Bei den Stinzenpflanzen handelt es sich meist um Zwiebelpflanzen und Frühjahrsblüher. Die in den unterirdischen Zwiebeln oder verdickten Sprossteilen gespeicherten Nährstoffe ermöglichen es den Pflanzen, so früh auszutreiben und vor allen anderen zu blühen. Bevor die Gehölze sich
belauben und ihnen das Licht streitig machen, nutzen die Frühjahrsblüher die ersten warmen Sonnenstrahlen.

Außer den schon erwähnten Schneeglöckchen, Krokussen und Winterlingen kennen wir alle die Stinzenpflanzen Traubenhyazinthen, Blausterne, Narzissen und wilde Tulpen.

In der Mythologie stehen Frühjahrsblüher für die Hoffnung, die Auferstehung und das ewige Leben. Sie bringen Fröhlichkeit in unser Leben. Wer lächelnd nicht zurück, wenn ein freundlicher Winterling
ihn anstrahlt?

Zum Hintergrund: Die Integrierte Station Unterelbe (ISU) in Haseldorf, auch „Elbmarschenhaus“ genannt, wurde 2006 eröffnet – der 10-te Geburtstag wurde im April 2016 groß gefeiert. Der Geist des Hauses besteht in der Zusammenarbeit von Naturschutz, Tourismus und Landnutzung. Im
Haus vertreten sind das Land Schleswig-Holstein, der NABU Deutschland e.V., Tourismus-Vereine (Tourismus in Marsch und Geest, Holstein Tourismus) sowie die örtliche Jägerschaft.

Träger des Hauses ist der ISU- Zweckverband, in dem die Städte und Gemeinden Uetersen, Groß Nordende, Heidgraben, Heist, Holm, Neuendeich, Haselau, Haseldorf, Hetlingen, Klein Nordende,
Seestermühe, Tornesch, Wedel Marketing e.V. (als Vertretung von Wedel), der Abwasserzweckverband, der Kreis Pinneberg und das Land Schleswig-Holstein Mitglieder sind.

Die Integrierte Station Unterelbe kümmert sich in Zusammenarbeit mit den Kreisen um diverse (Natur-) schutzgebiete entlang der Elbe in Schleswig-Holstein bis Neufeld. Über die naturräumlichen Besonderheiten an der Unterelbe informiert eine Ausstellung im Elbmarschenhaus. Das Elbmarschenhaus erfährt Unterstützung durch die Region – u.a., da die charakteristische Natur- und Kulturausstattung Grundlage einer schonenden touristischen Nutzung und Stärkung der regionalen
Wirtschaft ist.