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Zaziki im Garten- die Knoblauchsrauke

Pflanze der Region im Mai 2017

 Zaziki im Garten- die Knoblauchsrauke  

„Mama, im Garten wächst Zaziki“ - mit dieser Aussage überraschte die 5jährige Marie ihre erstaunte Mutter.

Als Beide im Garten nachsahen, was denn dort für diese Verwechslung sorgte, entdeckten sie die Knoblauchsrauke, eine Pflanze, die ihren Namen zu Recht trägt.
Sie entfaltet einen starken Geruch nach Knoblauch, wenn man ihre Blätter zerreibt.

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse, auch Kohlgewächse genannt.
Weitere bekannte Gewächse dieser Familie sind z.B. das Wiesenschaumkraut, der Senf oder Weißkohl.

Alliaria ist weit verbreitet. Sie blüht ab Ende April und erfreut mit saftig grünen Blättern und hübschen weißen Blüten.
Die Blüten setzen sich aus 4 Blütenblättern zusammen. Später, im Hochsommer, wenn die Knoblauchsrauke verblüht ist,
werden hier dunkle Schoten als Früchte hängen. Viele Bienen, Fliegen und Schmetterlinge
freuen sich an der Knoblauchsrauke, denn sie bietet reichlich Nektar und Pollen.

Unsere Pflanze der Region im Mai ist nicht nur nahrhaft, sondern möchte auch selber gut genährt werden.
Dazu gehört ein nährstoffreicher Boden. Dort symbolisiert sie mit kraftvoll austreibenden Beständen das Erwachen der Natur
und unser Durchstarten in eine neue wärmere Jahreszeit.
Im Mai schlagen nicht nur die Bäume aus!

Die Knoblauchsrauke wächst gerne im Halbschatten, am Knick, am Wald- und Wegesrand
und im Garten, wenn man es mit dem Ausrupfen der „Unkräuter“ mal gelassener angeht.
Dann werden wir dauerhaft mit „Zaziki im Garten“ versorgt. 

Alliaria wird laut Literatur bis zu 1 m hoch, meist jedoch 20 bis 30 cm.
Ihr wird nachgesagt, dass sie Stoffe in den Boden abgibt, die Pilze abtöten, die wiederum Bäume lebensnotwendig brauchen.
Dadurch sollen Keimlinge von Bäumen am Weiterwachsen gehindert werden.
Das ist uns Menschen ja nicht fremd: wer es halbschattig haben will, muss dichten Baumbestand verhindern! 

Alliaria ist ein gutes Beispiel für eine Art, die hier bei uns einheimisch, aber in anderen Ländern dieser Welt
als invasiver eingeschleppter Neophyt gilt.
In Nord- und Südamerika wurde sie vermutlich als Küchenkraut eingeschleppt und verdrängt dort die einheimische Vegetation.
`Zur falschen Zeit am falschen Ort´ - könnte man das Verhalten zusammenfassen!

Die Knoblauchsrauke ist ungiftig und seit langer Zeit als Küchen- und Heilkraut bekannt.
Es gibt Nachweise, dass sie bereits vor 5000 bis 6000 Jahren von Menschen genutzt wurde!

Apropos Küchenkraut: was wurde eigentlich aus Marie und ihrer Mutter?
Die Beiden sitzen im Garten in der Sonne und essen Zaziki, selbstgemacht und gewürzt mit kleingeschnittenen Blättern der Knoblauchsrauke!

 

 

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

Telefax 04129. 955 49 20

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


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"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

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Tel. 04129-95549-11

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