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Der Wiesenkerbel

Pflanze der Region im Juni 2017

Im Frühsommer fällt ein dichter weißblühender Bewuchs an Wegrändern ins Auge.
Dicht an dicht schmückt der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) mit ernstem dunklen Grün und fröhlich strahlenden Blütendolden die erwachende Natur.

Der Wiesenkerbel ist ein gutes Beispiel dafür, wie die botanische Namensgebung für Verwirrung sorgen kann.
Der deutsche Namen „Wiesenkerbel“ lässt uns die Pflanze der Region auf Grünland erwarten.
Der wissenschaftliche, lateinische Name „sylvestris“ bedeutet Wald und verweist auf einen anderen Standort.
Und wir selber stehen an einem Weg und sehen weit und breit weder Wald noch Wiese. Wie kann das sein?


Der Wiesenkerbel ist ein Tausendsassa und wächst an vielen Standorten.
Auf der Wiese wird er jedoch regelmäßig gemäht und im Wald kommt er nur dort vor, wo auch Licht einfällt, bevorzugt an Waldrändern.
Der Wiesenkerbel ist keine typische Waldpflanze. Am besten gefallen ihm Wegränder, Böschungen und Brachflächen.
Er ist ein Stickstoffzeiger, mag es also nährstoffreich.
So kann man also sagen, dass sowohl die deutsche als auch die wissenschaftliche Namensgebung korrekt ist.

Unsere Pflanze der Region ist sehr häufig und in ganz Deutschland weit verbreitet.
Er hat zahlreiche Verwandte, zu denen auch der Echte Kerbel, die Wilde Möhre, der Bärenklau und auch giftige Vertreter wie der Gefleckte Schierling und der Kälberkropf gehören.
Daher sollte der Wiesenkerbel, der auch zum Würzen von Suppen und Salaten genutzt werden kann, nur gepflückt werden,
wenn man sich 100% sicher ist, die richtige Art vor sich zu haben.
Also besser nur an den weiß schäumenden Wegrändern den Anblick genießen, genau wie die Insekten, vor allem Käfer.

Viele der zur Familie der Doldenblüter gehörenden Pflanzenarten haben die unangenehme Eigenschaft phototoxische Reaktionen bei Menschen auszulösen.
Besonders bekannt sind diese verbrennungsartigen Verletzung der menschlichen Haut beim Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt).
Ganz so schlimm treibt es der Wiesenkerbel nicht, aber auch er steht im Verdacht bei starker Sonneneinstrahlung bei Berührung die menschliche Haut zu reizen.
Weidetiere können den Wiesenkerbel ungefährdet fressen, aber die Pflanze mit den harten Stängeln ist eine geringwertige Futterpflanze und bei Landwirten weniger beliebt.

 

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

Telefax 04129. 955 49 20

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

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"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

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Tel. 04129-95549-11

Fax 04129-95549-20

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