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Stehlende Raubtiere? Der Bärenklau

Pflanze der Region im August 2017

Stehlende Raubtiere? Der Bärenklau 

Wer diese Rubrik schon häufiger gelesen hat, weiß, dass die botanische Nomenklatur manchmal Kapriolen schlägt
und der Name einer Pflanze -zumindest auf den ersten Blick - verwundern kann.

So auch bei unserer Pflanze der Region für den Monat August, dem Bärenklau.
Der Wiesen-Bärenklau (Heracleum spondyleum), wie sein korrekter Name lautet, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze.
Er blüht jetzt im Hochsommer und ziert Wiesen und Wegränder. Dort löst er den Wiesen-Kerbel ab, eine Pflanze, die wir uns im Juni genauer angesehen hatten.
Wie der Wiesen-Kerbel gehört der Wiesen-Bärenklau zu den Doldenblütern.
Er trägt viele kleine weiße Blüten, die zu imponierenden Blütenständen zusammengefasst und in der Insektenwelt sehr beliebt sind.
Insbesondere für Insekten ohne langen Saugrüssel, wie Fliegen und Käfer, ist der Nektar gut zu erreichen (siehe Foto). Die Pflanze wird bis zu 1,5 m hoch.
Sie verströmt einen für menschliche Nasen eher unangenehmen Geruch. Vielleicht kennen Sie ja den Ausdruck „Hier riecht es wie in einer Bärenhöhle!“
Unsere Pflanze der Region ist in ganz Deutschland häufig und in keinem Bundesland gefährdet.
Sie wächst auf nährstoffreichen, feuchten und lockeren Böden an Ufern, Gräben, Wegrändern und auf Wiesen. 

Der Namen Bärenklau ist übrigens eine Verkürzung von „Bärenklaue“ und beruht auf der Form der Blätter,
deren oberer Teil dreiteilig ist und an den Abdruck einer Bärentatze erinnert (s. Foto).
Mit Diebstahl hat der Wiesen-Bärenklau nichts zu tun! Im Gegenteil wird er oft selber Opfer, da er mit dem Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, verwechselt und vernichtet wird.
Dabei ist der Riesen-Bärenklau deutlich größer (bis zu 3 m hoch) und an den Blättern gut zu unterscheiden (siehe Foto).


Der Riesen-Bärenklau ist sehr wuchsfreudig und kann bei Sonneneinstrahlung zu starken Verbrennungen der menschlichen Haut führen.
Zudem kann er die einheimische Flora verdrängen. 

Auch der Wiesen-Bärenklau kann bei Berührung zu Hautreaktionen in Form von Rötungen und Schwellungen führen, jedoch in viel geringerem Maße als die Herkulesstaude.
Junge Blätter und Sprosse des Wiesen-Bärenklaus können sogar als Wildgemüse genutzt werden.
Der Stängel soll geschält sogar roh gegessen werden können. Es gibt auch Rezepte für die Wurzeln, die gerieben lecker schmecken sollen.
Wenn Sie dies ausprobieren möchten, dann bitte nur, wenn Sie sich ganz sicher sind, die richtige Pflanze vor sich zu haben.
Handschuhe sind zu empfehlen. Nicht dass Sie nachher aussehen als hätten Sie sich doch mit einem Wege lagernden Bären angelegt!

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

Telefax 04129. 955 49 20

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

Naturschutzgebiet

"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

Uwe Helbing

Tel. 04129-95549-11

Fax 04129-95549-20

helbing@elbmarschenhaus.de

 


 

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