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Gemein und auch noch bissig!

Gemeinen Teufelsabbiss

Gemein und auch noch bissig!

 

 

. Menschen waren schon immer sehr fantasievoll in der Namensgebung. Und damit sind nicht die abenteuerlichen Vornamen gemeint, mit denen Kinder heutzutage leben müssen, sei es die kleine `Nivea´ oder der junge `Döner´.

Auch früher neigten die Menschen dazu, Mysteriöses oder Unerklärliches mit geheimen Kräften in Verbindung zu bringen. Böse erwischt hat es da den `Gemeinen Teufelsabbiss´. Weil seine Wurzeln sich im Herbst von unten auflösen und er dann wie gekappt aussieht, wurde vermutet, dass der Teufel sie abgebissen habe. Dies sei aus Wut geschehen, weil die Pflanze heilsame Kräfte hat.

Die harmlose Pflanze ist auch alles andere als „gemein“. Dieser Vorwurf relativiert sich, wenn man weiß, dass die Bezeichnung im Sinne von „gewöhnlich“ benutzt wird. Und gewöhnlich mag der Teufelsabbiss gewesen sein. Heute ist die Pflanze auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten in Schleswig-Holstein in der Kategorie „2“ anzutreffen, das heißt, sie ist stark gefährdet. Unsere Pflanze der Region hat es zur Blume des Jahres 2015 gebracht. Diese wird jedes Jahr von der Loki-Schmidt-Stiftung gewählt, um auf gefährdete Arten hinzuweisen.

Die blauviolett blühende Pflanze, die auf den wissenschaftlichen Namen Succisa pratensis hört, gehört zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse, wird 50 bis 100 cm hoch und zeigt nährstoffarme Verhältnisse an. Der Teufelsabbiss besiedelt Magerwiesen, Heiden und Moore. Seine Lebensräume wurden größtenteils durch Umbruch, Düngung und Aufforstung zerstört.

Unsere Pflanze der Region ist die einzige Nahrungspflanze der Raupen des Goldenen Scheckenfalters, einer in Schleswig-Holstein verschollenen Schmetterlingsart. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat auf vielen ihrer Flächen den Teufelsabbiss gesät. Die Raupen des Falters sollen folgen. Dieses durch die EU geförderte Wiederansiedlungsprogramm läuft, bis der Falter sich wieder selber erhalten und vermehren kann. Und der Tisch soll dann schon reich gedeckt sein.

Bevor das Jahr 2015 verstrichen ist, möchte ich Ihnen den Teufelsabbiss ganz besonders ans Herz legen. Seine Samen brauchen Kälte, damit sie im nächsten Jahr keimen können. Darauf warten die Samentüten mit heimischer Saat im Elbmarschenhaus, die Sie kostenlos abholen können, um damit Ihren Garten oder einen anderen geeigneten Platz zu verschönern. Der Standort muss nur ungedüngt sein. Succisa freut sich über ein sonniges Plätzchen im Beet oder im Pflanzkübel. Sie blüht im zweiten Jahr. Helfen Sie mit, die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Die Raupen des Goldenen Scheckenfalters werden nun nicht von ihr fressen können - aber andere Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen erfreuen sich nächstes Jahr an dem wunderschönen Blütenstand. Und Sie hoffentlich ebenso!

Pro Person geben wir nur eine Tüte ab, damit der begrenzte Vorrat für viele reicht. Fragen Sie bitte an der Theke im Elbmarschenhaus, das Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet ist.

 

Wer sich über das Wiederansiedlungsprojekt der Stiftung Naturschutz, das von der EU gefördert wird, informieren will und schon mal schauen möchte, was nächstes Jahr im Garten oder im Balkontopf erscheinen wird, dem sei die Exkursion in die Nordoer Binnendünen bei Itzehoe empfohlen, die am Samstag, den 12.09.2015 stattfindet. Kontakt/Anmeldung bitte schriftlich an anmeldung@bnur.landsh.de.

 

 

 

 

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

Telefax 04129. 955 49 20

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

Naturschutzgebiet

"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

Uwe Helbing

Tel. 04129-95549-11

Fax 04129-95549-20

helbing@elbmarschenhaus.de

 


 

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